Mittwoch, 13. Dezember 2006 / 11:59 Uhr
Istanbul - Ungeachtet des sportlichen Ausgangs hat Eintracht Frankfurt die Abenteuer-Reise durch Europa als Erfolg verbucht. Die Auftritte im UEFA-Pokal nach elfjähriger Abstinenz haben die junge Mannschaft in ihrer Entwicklung voran gebracht.
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Darüber hinaus wurde die Marke des Vereins gestärkt und dem Fußball-Bundesligisten zusätzliches Geld in die Kasse gespült. «Wir haben uns international gut verkauft und etwa zwei Millionen Euro verdient. Damit stocken wir unsere Liquiditätsreserve auf, die es in den letzten 15 Jahren bei der Eintracht gar nicht gab», zog Vorstandschef Heribert Bruchhagen in einem dpa-Gespräch schon vor dem entscheidenden Gruppenspiel bei Fenerbahce Istanbul eine positive Bilanz.
Heribert Bruchhagen wähnt sich mit Eintracht Frankfurt auf einem guten Weg.
Nach wechselvollen Jahren mit Skandalen und sportlichen Negativ-Schlagzeilen ist der einst als «Diva vom Main» bezeichnete hessische Traditionsverein auf dem besten Wege, sich im soliden Mittelfeld der Beletage des deutschen Fußballs zu etablieren. «Wir sind Bestandteil der Bundesliga und mit unserer Position zufrieden. Diese wollen wir mittel- und langfristig stärken. Alles andere sind Träume, die den Fans vorbehalten bleiben. Wir sind nicht weiter als Clubs wie der 1. FC Nürnberg oder der VfL Wolfsburg», erklärte Bruchhagen.
Mit seiner Einschätzung beweist der Vorstandsvorsitzende Realitätssinn. Die Kluft zu den Spitzenvereinen wie Bayern München oder Werder Bremen ist mittlerweile riesig. Und auch von den Möglichkeiten, wie sie Schalke 04 oder Borussia Dortmund haben, sind die Frankfurter Lichtjahre entfernt. Zumal Bruchhagen finanzielle Drahtseilakte ausschließt. «Wir wollen uns nicht verschulden, sondern bestreiten die Kosten aus den laufenden Einnahmen», stellt er klar.
Mit dieser Philosophie haben die Hessen seiner Ansicht nach wenig bis gar keine Chancen, Top-Spieler an den Main zu holen. Dies wurde im Sommer deutlich, als sich die Eintracht um den peruanischen Stürmer Nelson Valdez bemühte. Fünf Millionen Euro Ablöse und 2,5 Millionen Euro Jahresgehalt waren zu viel für die Frankfurter, Valdez wechselte von Bremen nach Dortmund. Weil prominente Verstärkungen teuer sind, will Trainer Friedhelm Funkel trotz der Zusatzeinnahme aus dem internationalen Geschäft bis zum Saisonende mit dem derzeitigen Kader weiterarbeiten. «Wir werden in der Winterpause keinen neuen Spieler verpflichten», erklärte Funkel.
Ähnlich wie Bundesliga-Primus Werder Bremen setzen die Frankfurter verstärkt auf junge deutsche Spieler, was ihnen bereits Lob von Bundestrainer Joachim Löw einbrachte. Funkel hat mit solider Arbeit innerhalb von zwei Jahren ein Team geformt, dass in der Bundesliga mithalten kann und auf der europäischen Bühne eine ordentliche Figur abgegeben hat. Die Fans haben dies honoriert und strömen in Scharen in die neue Arena. «Fast jedes unserer Heimspiele ist ausverkauft, das ist schon etwas Besonderes. Die UEFA-Pokal-Spiele haben auf jeden Fall zur weiteren Bindung in Frankfurt beigetragen», stellte Bruchhagen zufrieden fest und fügte hinzu: «Das tut uns gut.»
dpa
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