Dienstag, 26. Januar 2010 / 12:14 Uhr
Cottbus - Nach dem Rückrunden-Fehlstart hat Energie Cottbus die «größte Aufholjagd Europas» schon wieder abgeblasen. Auch Trainer Claus-Dieter Wollitz mochte sich nach der 0:1-Heimpleite des Zweitligisten gegen den MSV Duisburg nicht mehr an seine markigen Worte der Winterpause erinnern.
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«Natürlich ist mir klar, dass das wie ein Bumerang auf mich und die Mannschaft zurückkommt», bekannte der Coach nach der zweiten Schlappe im neuen Jahr. Der Glaube an die direkte Bundesliga-Rückkehr scheint dahin, vorerst will Wollitz nur noch den «Komfort-Vorsprung» vor den Abstiegsrängen sichern. «Von Aufstieg wollen wir gar nicht erst reden», betonte auch Linksverteidiger Daniel Ziebig.
Duisburgs Srdjan Baljak (Nr. 9) trifft gegen Energies Schlussmann Gerhard Tremmel zum 1:0.
Tabellenplatz 13 und elf Punkte Rückstand auf den Relegationsrang drei machen Wollitz' Aufstiegsrechnung zur Makulatur. Zwölf Siege, ein Remis und vier Niederlagen hatte der ambitionierte Fußballlehrer für die zweite Halbserie einkalkuliert - am Ende sollte dies mindestens für den dritten Platz reichen. Der Duisburger Srdjan Baljak brachte Wollitz mit seinem Siegtor in der Nachspielzeit in neuerliche Erklärungsnot. «Ich bin sehr enttäuscht. Am Ende haben wir uns selbst bestraft», klagte der Trainer, zumal Emil Jula mit einem Handelfmeter an MSV-Torwart Tom Starke gescheitert war (5.). Die frustrierten Fans pfiffen das Team aus. Ohnehin waren nur 6188 Zuschauer ins Stadion der Freundschaft gekommen - Saison-Minusrekord.
Doch Wollitz will seinen Weg in Cottbus weitergehen. Sein Konzept sei «alternativlos», versicherte der 44-Jährige. Derzeit allerdings sprechen die Ergebnisse gegen ihn. Noch hat der Coach Rückendeckung von der Vereinsführung. Der Aufstieg sei kein Muss, meinte Präsident Ulrich Lepsch schon vor dem Duisburg-Spiel. «Aber wir versuchen es auf alle Fälle weiter. Und wenn es nicht klappt, dann versuchen wir es in der nächsten Saison erneut», sagte der Clubchef.
Ganz dick im Aufstiegs-Geschäft ist nach dem fünften Auswärtssieg in Serie dagegen der MSV. «Jetzt geht die Jagd richtig los», versprach Mittelfeldspieler Ivica Grlic. Der Tabellensechste liegt nun punktgleich mit dem Dritten Augsburg sowie Bielefeld und Düsseldorf in Lauerstellung. Trainer Milan Sasic hat die Mannschaft seit seinem Amtsantritt als Nachfolger von Peter Neururer wieder auf Kurs gebracht. Der Disziplin-Fanatiker lobte vor allem den Kampfgeist seiner Schützlinge im bitterkalten Cottbus: «Man hat über das gesamte Spiel gesehen, dass wir unbedingt gewinnen wollten, und das haben wir geschafft.»
dpa
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