Samstag, 6. Februar 2010 / 13:10 Uhr
Bremen - Dieser Sieg war Balsam für die Werder-Seele: Rechtzeitig zur Feier des 111-jährigen Club-Bestehens ist die Zuversicht beim Fußball-Bundesligisten wieder zurückgekehrt. Nach zuvor sieben sieglosen Punktspielen erkämpfte sich die Bremer einen 2:1 (0:0)-Erfolg gegen Hertha BSC Berlin.
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Der Werder-Sieg über das tapfere Tabellen-Schlusslicht aus Berlin war glücklich aber auch verdient. Einmal mehr sorgte Torjäger Claudio Pizarro mit seinem Siegtreffer in der 81. Minute dafür, dass in Bremen der traditionelle Vereinsball, die «Grün-weiße Nacht», im Zeichen des Werder-Geburtstags gebührend gefeiert werden konnte. «Da wollen wir doch nicht mit einer Niederlage oder einem Unentschieden rein. Da wollen wir feiern», sagte Aufsichtsratschef Willi Lemke erleichtert.
Es war ein Sieg des Willens der Gastgeber, die zuletzt für ihre erfolglose «Schönspielerei» kritisiert worden waren. «Nur mit Fußball gewinnt man manchmal nicht. Heute haben wir nicht nur Fußball gespielt, sondern auch bis zum Schluss gekämpft», sagte Matchwinner Pizarro, der den Bremer Kampfgeist wie kein zweiter Werderaner verkörperte. Über 90 Minuten hatte sich der Peruaner ein Privatduell mit dem starken Hertha-Schlussmann Jaroslav Drobny geliefert und sich scheinbar aufgerieben. Immer wieder tauchte Pizarro vor dem Berliner Tor freistehend auf, köpfte dem Hertha-Schlussmann in die Arme, traf nur den Pfosten oder scheiterte an Drobnys Reflexen. Für Gäste-Coach Friedhelm Funkel war sein Schlussmann einfach «überragend».
Doch dies reichte am Ende doch nicht für einen Stürmer der Klasse Pizarros. Neun Minuten vor Spielende schoss der Peruaner Werder mit dem achten Saisontor in seinem 13. Saisonspiel doch noch zum ersehnten ersten Rückrundensieg. Wie die gesamte Mannschaft steckte Pizarro auch nicht auf, als Herthas Winter-Neuzugang Theofanis Gekas (68.) die Bremer Führung durch Marko Marin (66.) egalisiert hatte. «Man weiß bei Claudio, dass er da ist, wenn es nötig ist», meinte erfreut Bremens Trainer Thomas Schaaf, der auch aufgrund von Pizarros Verletzungen in dieser Saison schlechter dasteht als gewünscht.
Da die Hanseaten immer noch einen deutlichen Rückstand zu den Europacup-Plätzen haben, wollte der immer die Ruhe bewahrende Coach den Sieg auch nicht überbewerten. «Wir müssen uns weiter behaupten, Spieltag für Spieltag und auch im DFB-Pokal.» Bereits am 9. Februar wartet dort 1899 Hoffenheim im Viertelfinale. Doch die Werder-Mannschaft wertete den wichtigen «Dreier» bereits als Trendwende. «Es kommen jetzt wichtige Wochen mit dem Pokal und der Europa League. So ein Sieg gibt uns den nötigen Schwung dafür», sagte der starke Marin.
Bei Hertha herrscht dagegen Katzenjammer. «Das war eine unglückliche Niederlage», befand Funkel, der mit dem Schicksal haderte. In der ersten Halbzeit hatte Schiedsrichter Günther Perl aus Pullach ein Gekas-Tor wegen vermeintlichen Abseits' nicht anerkannt (30.). «Wenn wir da in Führung gehen, läuft das Spiel anders.» Auch Kapitän Arne Friedrich war enttäuscht: «Wir haben gut gekämpft, es ist mehr drin gewesen.» Nach der ersten Niederlage in der Rückrunde denkt in der Hauptstadt aber trotz des gewaltigen Rückstands auf einen Nicht-Abstiegsplatz noch niemand ans Aufgeben. «Wir haben noch eine Chance - und die werden wir nutzen», versprach Funkel trotzig.
dpa
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