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EM im Plan: Bagger rollen auch während Auslosung

Warschau - Wenn im Kulturpalast von Warschau am 7. Februar die Qualifikationsgruppen zur Fußball-EM 2012 ausgelost werden, laufen auf der nicht weit entfernten Baustelle des Nationalstadions die Arbeiten wie jeden Tag auf Hochtouren.

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«Wir arbeiten auch samstags und sonntags», sagte Daria Kulinska, die Sprecherin des Nationalen Sportzentrums. Nach der Kältewelle in den vergangenen Wochen mit Temperaturen bis zu minus 20 Grad geht die Arbeit wieder im Zwei-Schichten-Takt weiter. Im Einsatz sind zur Zeit 1030 Arbeiter. «Wir sind im Zeitplan», sagte Kulinska.

EURO 2012

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Bei der Fußball-EM 2012 kämpfen die Teams in Polen und der Ukraine um den Titel.

Sogar unerwartete Zwischenfälle wie ein unter der Erde gefundener Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg können die Bautätigkeit nur für einen kurzen Augenblick aufhalten. Im Nationalstadion der polnischen Hauptstadt soll am 9. Juni 2012 das EM-Eröffnungsspiel stattfinden. Die Auslosungs-Zeremonie der Qualifikationsgruppen für das Turnier in Polen und der Ukraine im altehrwürdigen Kulturpalast sei die erste große Bewährungsprobe für den Gastgeber, sagte Polens Ex-Nationalspieler Zbigniew Boniek.

Auch UEFA-Präsident Michel Platini sieht die Vorbereitungen auf einem guten Weg. «Es gibt noch Dinge zu verbessern, aber wir haben noch zwei Jahre Zeit und keine größeren Probleme», sagte der Chef der Europäischen Fußball-Union (UEFA) in Warschau. Einen Tag vor der Auslosung der Qualifikationsgruppen für die Europameisterschaft in zwei Jahren lobte der Franzose die Gastgeberländer Polen und Ukraine für ihren «Enthusiasmus». «Sie arbeiten gut und wir sind sicher, dass die EM ein Erfolg wird.»

Doch nicht an allen polnischen Standorten herrscht solcher Optimismus wie in Warschau. In Breslau gibt es beim Stadionbau eine halbjährige Verzögerung. Um das Schlimmste abzuwenden, hatte Breslau den Vertrag mit einem polnischen Unternehmen aufgekündigt und eine deutsche Firma geholt. Es droht aber ein Gerichtsprozess, der die Investition gefährden könnte. «Wir schaffen es bis Ende Juni 2011», versicherte trotzdem der regionale Verwaltungschef. Die UEFA sei mit dem Termin einverstanden, trösten sich die Breslauer Machthaber.

Der Verzug beim Breslauer Stadion ist allerdings für die polnischen Gastgeber nicht der einzige Grund zur Sorge. Wie das Nachrichtenmagazin «WPROST» im Januar unter Berufung auf einen angeblichen Bericht des staatlichen Rechnungshofes (NIK) warnte, soll es bei vielen Infrastruktur-Projekten Verzögerungen geben. Danach werden wichtige Straßenverbindungen, Bahnhöfe, Flughäfen und Bahn- Strecken nicht rechtzeitig zur EM fertig, hieß es im Zeitungsbericht. Doch die NIK beruhigte die Gemüter: Es gebe vorerst nur Teilberichte, mit einer vollständigen Bewertung sei erst im Frühling zu rechnen.

Polens Regierung nimmt es sehr ernst mit den zwei größten Plagen, die dem polnischen Lieblingssport Fußball schon lange zu schaffen machen: Gewalt und Korruption. Ein neues Gesetz zur Sicherheit bei Sportveranstaltungen, für das die britischen Vorschriften Pate standen, soll unter anderem verhindern, dass bestrafte Randalierer die Stadien wieder betreten. Die polnische Justiz geht seit einigen Jahren mit großer Entschlossenheit gegen die Korruption vor. Mehr als 300 Sportfunktionäre, Trainer, Schiedsrichter und Spieler wurden seit 2005 festgenommen. Erste Richtersprüche mit mehrjährigen Haftstrafen sollen auf die Fußball-Szene abschreckend wirken.

dpa

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