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Chelsea wieder Spitze - Seelenmassage für Terry

London - Die Abberufung als Kapitän und die Dauerpräsenz in den Klatschspalten haben bei John Terry zumindest auf dem Fußball- Platz keine Spuren hinterlassen. Chelsea-Coach Carlo Ancelotti schloss seinen 29 Jahre alten Innenverteidiger nach dem Match demonstrativ in die Arme.

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«Verdammt perfekt», titelte das auflagenstärkste britische Boulevardblatt «The Sun» nach dem 2:0-Sieg des FC Chelsea im London-Derby über den FC Arsenal, der den Club von Michael Ballack mit zwei Zählern Vorsprung vor Titelverteidiger Manchester United zurück an die Tabellenspitze brachte. Ancelotti kam aus dem Schwärmen für Terry nicht heraus: «Die Mannschaft braucht seine Führung. Er hat immer alles unter Kontrolle und eine starke Einstellung.»

Aushängeschild

Foto: dpa Bild vergrößern

John Terry (l) sprintet in einem Spiel der Champions League 2009 um den Ball.

Gegen Arsenals junge Schön- und Schnellspielertruppe dirigierte der von den heimischen Fans gefeierte Terry die Chelsea-Abwehr und bereitete zudem per Kopf die frühe Führung durch Stürmerstar Didier Drogba vor. Der Ivorer versenkte mit einem Doppelschlag (8./23. Minute) einmal mehr den Lokalrivalen. «Es war eine schwierige Woche», gab Drogba zu, der seine Bilanz gegen Arsenal auf zwölf Treffer in zehn Duellen schraubte. «Wir haben Terry soviel Unterstützung wie möglich gegeben. Wir haben zusammengehalten und uns auf das Spiel konzentriert. Das Wichtigste ist, dass wir oben stehen.»

Selbst am Rande der EM-Qualifikations-Gruppenauslosung in Warschau erhielt Terry, der wegen einer außerehelichen Affäre mit der Ex-Freundin seines Nationalteam- und früheren Club-Kameraden Wayne Bridge tagelang in der Kritik stand, verbale Seelenmassage. «Er ist einer der wichtigsten Spieler für England», stellte Nationaltrainer Fabio Capello klar, der ihm zuvor die Kapitänswürde entzogen hatte.

Mit dem Sieg über Arsenal, zu dem Nationalmannschaftskapitän Ballack mit einer starken Defensiv-Leistung beitrug, untermauerte Chelsea seine Ambitionen auf die erste Meisterschaft in vier Jahren. «Wir wollen die Premier League gewinnen - und andere Trophäen», sagte Ancelotti unbescheiden. Die «Blues» unterstrichen mit dem vierten Sieg im vierten Duell gegen eines der englischen «Top Vier»-Teams diesen Anspruch eindrucksvoll, während Arsenal mit nun bereits neun Zählern Rückstand von der «Times» als Titelkandidat abgeschrieben wird. Trainer Arsène Wenger denkt aber nicht ans Aufgeben: «Wir sind nun Außenseiter, aber wir kämpfen bis zum letzten Spieltag.»

dpa

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