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Poldi-Team verliert drei Mann und einen Traum

Augsburg - Als die Augsburger nach ihrer ausgelassenen Feier euphorisch zurück in die Umkleide stapften, blickte Lukas Podolski schon frisch geduscht und selten konsterniert in die Fernsehkameras.

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Noch im Kabinentrakt sollte der Fußball-Nationalspieler das Aus seines 1. FC Köln im DFB-Pokal-Viertelfinale erklären, ebenso jenen Platzverweis, für den er nach seiner Einwechslung nur acht Minuten gebraucht hatte. So richtig konnte Podolski beides nicht, bilanzierte nach dem 0:2 (0:1) gegen den frechen Zweitligisten FC Augsburg aber immerhin: «Wir haben es auf dem Spielfeld vergeigt.»

Blitzstart

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Die Augsburger bejubeln das frühe Führungstor durch Michael Thurk (2.v.r.).

Es war fast ein wenig rührselig, wie der Bundesliga-Club seinen geplatzten Traum vom Europacup zu Grabe trug. Über Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer wollte hinterher jedenfalls niemand sprechen, obwohl der Mann an der Pfeife durchaus seinen Anteil am Spielverlauf hatte: Drei Kölner stellte Kinhöfer vom Platz, und alle drei Platzverweise waren zumindest fragwürdig. Schon früh musste Adil Chihi (31.) nach einem Ellbogen-Rempler gehen, hinterher folgten Podolski (69.) und Petit (85.). Innerhalb weniger Sekunden sahen beide erst Gelb, und als sie trotzig weiter meckerten Gelb-Rot. «Es ist bitter, wenn man für Daumen hoch vom Platz fliegt. Aber die Karten haben das Spiel nicht entschieden», sagte Podolski.

Auch Gästetrainer Zvonimir Soldo haderte mit dem Fehlverhalten seiner Mannen: «Das darf einer Mannschaft mit so vielen erfahrenen Spielern nicht passieren.» Was den Kroaten aber noch viel mehr erzürnte, war die lasche Herangehensweise seines Teams: «Wir haben im Vorfeld lange über das Spiel gesprochen, wollten diszipliniert spielen, ruhig bleiben, uns nicht provozieren lassen.» Klappen aber wollte davon rein gar nichts. Was die Aussichten, sich über den Pokal nach jahrelanger Abstinenz endlich einmal wieder für die Europa League zu qualifizieren, rasch schwinden ließ.

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Stattdessen darf nun der FCA auf den ganz großen Coup hoffen - und sich zunächst über Mehreinnahmen in Höhe von 2,2 Millionen Euro freuen. Im Halbfinale müssen die Schwaben beim Bundesligisten Werder Bremen ran.

Schon der lethargische Beginn brachte die «Geißböcke» vor 30 660 Zuschauern in der erstmals ausverkauften Impuls Arena um alle Hoffnungen aufs Weiterkommen. Nach drei Minuten nutzte Zweitliga-Toptorjäger Michael Thurk die Schläfrigkeit in Kölns Defensive zur Führung - ein Topstart für den Underdog, der frühe Anfang vom Ende für die Rheinländer.

«Wir haben einen fantastischen Fußballabend erlebt», frohlockte Augsburgs Coach Jos Luhukay, der von 2002 bis 2005 noch als Co- Trainer für die Kölner tätig war. «Die Mannschaft ist als Kollektiv über sich hinausgewachsen.»

Die Schwaben zeigten genau das, was das Podolski-Team vermissen ließ: Vollen Einsatz, spielerisch starke Momente - und Cleverness. Nach der Führung stellte sich der Zweitligist gestaffelt hinten rein, wurde durch schnelle Konter aber immer wieder brandgefährlich. Das einzige, was lange fehlte, war der entscheidende Treffer. «Wir hätten viel früher das zweite Tor machen müssen», meinte Luhukay. Chancen waren schon in der ersten Hälfte genügend da, aber erst gegen acht Kölner machte Nando Rafael (86.) alles klar.

dpa

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