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Kuranyis Tore bringen das Geld für neuen Vertrag

Osnabrück - Kevin Kuranyi brauchte ein wenig länger. «Es war ein bisschen schwierig, ein paar Tropfen raus zu lassen», berichtete der Schalker Matchwinner grinsend, als er kurz nach Mitternacht von der Dopingprobe kam.

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«Es lief nicht», erklärte Kuranyi fröhlich - und der Fußballprofi hätte damit auch den Schalker Auftritt im DFB-Pokal-Spiel beim VfL Osnabrück meinen können. Dass es trotzdem zum Halbfinal-Heimspiel gegen den FC Bayern kommt, hat der Bundesligist vor allem dem Stürmer zu verdanken.

Erfolgreich

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Der Schalker Kevin Kuranyi (3.v.l.) jubelt nach seinem Treffer zum mit Sanchez (r).

Kuranyi hat gelernt, geduldig zu sein. Bei den Schalker Fans lange unbeliebt, inzwischen aber gefeiert, ist der Angreifer in der Form seines Lebens und neben der stabilen Abwehr wesentlicher Garant für die Erfolge in Liga und Pokal. Und er sorgt fürs Geld, dass die klammen Schalker benötigen, um den Vertrag mit ihm zu verlängern. «Es ist natürlich schön, wenn ich dem Verein helfen kann, etwas zu verdienen», sagte der Stürmer. Dank Kuranyis Treffer in der 59. Minute kassiert Schalke allein mit dem Halbfinale rund drei Millionen Euro zusätzlich durch TV-Geld und Zuschauereinnahmen.

«Es wäre natürlich schöner gewesen, gegen Augsburg zu spielen», sagte der 27-Jährige zur Auslosung. «Wir wollen ins Finale, da muss man auch die Bayern schlagen», schob er schnell nach, ehe der Schalker Pressesprecher seinen wichtigsten Job an diesem kalten Abend erledigte und den Profi im Pkw nach Hause chauffierte - der Schalker Bus hatte sich da schon seinen Weg durch den Schnee gebahnt.

Wie groß der Anteil des Schalker Alleinunterhalters im Sturm ist, machte Manuel Neuer mit seinem Scherz deutlich. Eine Stunde nach Spielschluss ulkte der Keeper: «Wenn Kevin nicht getroffen hätte, würde es immer noch 0:0 stehen.» Indirekt wies der Keeper damit auch auf die Unzulänglichkeiten der Schalker hin. Selbst gegen den Drittligisten waren die Gelsenkirchener nicht in der Lage, spielerisch zu überzeugen. Es gab nicht eine herausgespielte hundertprozentige Torchance. Und bei Kuranyis schönem Torschuss half Osnabrücks Konstantin Engel noch unfreiwillig mit, indem er den Ball entscheidend abfälschte. «Das war ein Minimal-Erfolg», formulierte Neuer treffend.

«Kevin ist ein ganz wichtiger Spieler für uns», sagte der Torwart: «Es wäre schade, wenn er nicht bleiben würde.» Felix Magath mochte sich hingegen zur Vertragsverlängerung nicht äußern und wirkte bei Fragen zu diesem Thema genervt. Stattdessen witzelte er über Kuranyis Treffer: «Ich kann doch nicht jedem einen Vertrag geben, der ein Tor schießt. Dann hätte ich ja noch mehr Spieler.» Und einmal in Fahrt, legte Magath noch nach. «Dafür ist er da und wird dafür bezahlt - sogar gut bezahlt. Deshalb kann ich darin nichts besonderes entdecken.»

Die Bezahlung könnte in der Tat der Haken sein, Kuranyi dürfte in etwa soviel verdienen wie alle Osnabrücker Spieler zusammen - fast vier Millionen Euro. Seine Karten im Vertragspoker sind aber ausgezeichnet, schließlich hat er nach elf Ligatoren auch im Pokal bewiesen, dass er in dieser Form unverzichtbar ist. Das weiß auch Magath, der im ernsthaften Teil seiner Kommentierung lobte: «Das zeichnet einen Topstürmer aus, dass er nur wenige Chancen braucht. Er hat schon in der ersten Halbzeit am meisten gearbeitet.»

dpa

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