Donnerstag, 18. Februar 2010 / 18:17 Uhr
Lissabon - Der frühere Fußball-Weltstar Luis Figo hat jede Verwicklung in einen politischen Korruptionsskandal in seinem Heimatland Portugal von sich gewiesen.
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Der 37-Jährige steht im Verdacht, illegale Zahlungen in Höhe von 750 000 Euro angenommen zu haben, um die Regierung des im vorigen Jahr wiedergewählten Ministerpräsidenten José Sócrates im Wahlkampf zu unterstützen. «Ich bin ziemlich empört, aber die Zeit wird dafür sorgen, dass die Wahrheit ans Licht kommt», sagte Figo Journalisten in Lissabon.
Die Staatsanwaltschaft in Lissabon hatte zuvor mitgeteilt, dass sie Figos Vertrag mit dem Unternehmen Tagus Park untersuche. Die Behörden vermuten, dass die Regierung das Unternehmen als «Fassade» benutzt hat, berichten Medien. Das sei unter anderem bei der Abhörung eines Telefongesprächs von Sócrates mit Rui Pedro Soares, Vorstand von Portugal Telecom, herausgekommen. Soares, der den Deal zwischen Figo und Sócrates vermittelt haben soll, ist von seinem Posten zurückgetreten. Der Regierungschef bestreitet derweil alle Vorwürfe.
«Es gibt einen Vertrag zwischen mir und Tagus, aber es handelt sich um einen ganz normalen Werbe-Imagevertrag», beteuerte Figo. Der Ex-Nationalspieler, der unter anderem beim FC Barcelona und Real Madrid und zuletzt bei Inter Mailand gespielt hatte, versichert, er habe Sócrates als Privatmann und aus politischer Überzeugung unterstützt. Die Polizei durchsuchte am 17. Februar die Geschäftsräume von Tagus Park. Zuvor war Portugal Telecom an der Reihe gewesen.
Es geht bei der seit Oktober schwelenden Affäre «Face Oculta» (Schattenseite) um einen angeblichen Plan der Regierung Sócrates zur Kontrolle wichtiger Medien sowie um Unterschlagung, Korruption, Steuerhinterziehung durch Großunternehmen und Geldwäsche. Die Behörden untersuchen unter anderem Aufträge zur Entsorgung der Abfälle von Unternehmen mit staatlicher Beteiligung, vor allem im Energie- und Transportsektor. Unter Verdacht stehen Politiker, Unternehmer, Polizeioffiziere und zahlreiche andere Personen.
Der Präsident des börsennotierten Strom- und Gasnetzbetreibers REN hatte sich schon im November in Zusammenhang mit den Ermittlungen suspendieren lassen. Auch der Vizechef einer Bank musste auf Anordnung des Ermittlungsrichters seinen Platz räumen.
dpa
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