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Hertha: 160 Tage Verzweiflung - Ba macht 1899 Mut

Berlin - Der Horror-Traum für Hertha BSC Berlin geht weiter. Auch gegen 1899 Hoffenheim, das zuvor auf fremden Plätzen seit November des Vorjahres brav alle Punkte abgeliefert hatte, misslang dem Krisenclub der so sehr ersehnte Sprung raus aus dem dunkelsten Keller der Fußball-Bundesliga.

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«Wir haben alles gegeben, alles nach vorn geworfen - aber es hat nicht gereicht», bilanzierte Kapitän Arne Friedrich nach der schon 15. Niederlage in Herthas Pleiten-Saison. Das klingst schon gewaltig nach Abschied. Seit dem 20. September des Vorjahres leuchtet die «Rote Laterne» des Tabellen-Letzten bereits im Berliner Olympiastadion; gegen die Hoffenheimer zeigte das Team von Chefcoach Friedhelm Funkel vor 37 391 Fans wieder einmal, warum.

Enttäuschung

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Herthas Manager Michael Preetz (l) und Trainer Friedhelm Funkel wirken ratlos.

Nur 15 oder 25 Minuten - Funkel und sein Kollege Ralf Rangnick stritten nach der Partie über die Länge der aufregendsten Phase - zeigte Hertha den Biss und den Geist von Profis, denen das Wasser längst in die Münder schwappt. Doch auch in dieser Phase trafen die Gastgeber trotz einiger aussichtsreicher Tor-Möglichkeiten das Gehäuse von 1899-Keeper Timo Hildebrand einfach nicht. Allen voran der Supertechniker Raffael verpasste, offenbar angetrieben von Hektik und Unsicherheit, mehrmals die Führung. Funkel sprach später von «fahrlässig vergebenen Chancen», was sich wie auf Ankündigung schmerzhaft rächen sollte. «Schlüssel zum Erfolg war, dass alle mitgemacht haben. Das Spiel gegen den Ball hat nichts mit Form zu tun, sondern mit Bereitschaft, Willen und Disziplin», erklärte Rangnick den ersten Hoffenheimer Auswärtssieg nach zuvor fünf Pflichtspiel-Pleiten auf fremden Plätzen zum Erfolg der Defensive.

Das dürfte dem mit 15 Punkten weiter Tabellenletzten Hertha wie eine zusätzliche Backpfeife vorgekommen sein. Denn die Übermacht in Sachen «Bereitschaft, Willen und Disziplin» sollte eigentlich die verzweifelten Abstiegs-Kämpfer für sich beanspruchen, wenn schon spielerisch nicht viel geht. Hoffenheims Verteidiger Josip Simunic machte es seinen Ex-Kollegen vor, bedauerte erst am Ende, dass der eigene Sieg «vielleicht schon der Todesstoß» für Hertha gewesen sein könnte. Dabei investierten die in der Tabellen-Mitte platzierten Gäste (32 Punkte) die meiste Energie überraschend in das Verhindern von Berliner Torchancen, was im Laufe der Partie immer perfekter gelang. «Das hatte schon wieder mit dem Spiel zu tun, dass uns charakterisiert», freute sich Rangnick und überraschte mit dem Fazit: «Ich bin überzeugt davon, dass wir mit dem heutigen Spiel nicht mehr absteigen werden. Das meine ich ganz ernst.»

Demba Ba mit seinem fünften Saisontor, bei dem er Nationalspieler Arne Friedrich ganz alt aussehen ließ (35.), und Vedad Ibisevic mit seinem neunten Saisontreffer (90.+2) sorgten dafür, dass Hertha auch nach 203 Tagen kein Heimsieg gelang. Einen «Rückschlag» nannte dies der glücklose Funkel fast emotionslos und kämpfte sofort wieder gegen die Depressionen: «Wir haben einen Punkt verloren auf Freiburg und Nürnberg - aber der Kampf geht weiter.» Keiner habe glauben können, «dass wir ungeschlagen durch die Rückrunde kommen».

Beim Gewinner trübte nur eine schwere Verletzung von Isaac Vorsah, der mit einem Innenbandabriss im Knie mindestens sechs Wochen ausfällt, den schönen Hauptstadt-Tag. Auch Maicosuel musste mit einer Blessur vorzeitig vom Feld, Marvin Compper beklagte einen verletzten Knöchel. Die Schmerzen bei den Berlinern allerdings sind viel größer.

dpa

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