Sonntag, 7. März 2010 / 14:32 Uhr
Wolfsburg - Die Liga fürchtet den Meister wieder und die Fans feiern Lorenz-Günther Köstner als neuen Felix Magath, doch der Herr des Wolfsburger Aufschwungs befindet sich auf Abschiedstournee.
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«Es sind eindeutige Absprachen getroffen worden und die pflege ich nicht zu brechen», sagte Köstner nach der Lehrstunde, die sein VfL Wolfsburg dem VfL Bochum beim 4:1 (0:1) erteilt hatte, mit Bestimmtheit. So viele Spektakel auch noch folgen werden, im Sommer soll Interimscoach Köstner wieder das Regionalliga-Team des VfL übernehmen.
«Gute Trainer im Club zu haben, ist immer wichtig», sagte Manager Dieter Hoeneß zum Abschied Köstners von den Profis nach der Saison. Mit jedem VfL-Sieg wird es für Hoeneß schwieriger, die längst begonnene Suche nach einem neuen Trainer zu rechtfertigen. Zwar stellte er bereits bei der Beurlaubung von Armin Veh im Januar klar, dass Köstner nur eine Interimslösung sei, doch spätestens nach dem vierten Sieg in Folge steht dieser bei den Fans hoch im Kurs.
Schon während des Spiels huldigten die meisten der 27 152 Zuschauer in der VW-Arena Köstner mit Sprechchören. Zuletzt hatte dies Meistermacher Magath erlebt. «Er hat die Mannschaft wieder gestärkt. Das war richtig, ihn hochzuholen», lobte Hoeneß den 58-Jährigen nach dessen 100. Spiel als Bundesligatrainer.
Der ehemalige und zukünftige Regionalliga-Coach stabilisierte den Meister nach der Beurlaubung von Veh. In den ersten drei Partien gegen die Spitzenteams HSV, Bayern und Leverkusen ließen Siege zwar noch auf sich warten. Doch mit dem 2:1 gegen Schalke vor zwei Wochen geriet der Meister ins Rollen. 4:1 in der Europa League gegen Villarreal, 1:0 in Hannover, nun wieder 4:1 in Bochum - die Gegner bekommen wieder Respekt. «Wir wissen, dass Wolfsburg noch meisterliche Qualitäten hat», sagte Bochums Lewis Holtby.
Köstner hat vor allem die Meistergaranten Grafite und Edin Dzeko wieder zu Höchstleistungen getrimmt. Mit seinen beiden Treffern (60.,79./Foulelfmeter) war Dzeko gegen Bochum der Matchwinner. Obafemi Martins (75.), für den angeschlagenen Grafite gekommen, und Jonathan Santana (90.) besorgten den Rest. Da war Paul Freiers 0:1 (28.) längst vergessen. Nun macht sich der VfL wieder Hoffnungen auf die Europacup-Plätze. «Im Fußball ist alles möglich», meinte Dzeko.
Für weitere Furore könnten die «Wölfe» in der Europa League sorgen. «Auch gegen Rubin Kasan wollen wir weiter kommen», sagte Dzeko mit Blick auf das Achtelfinal-Hinspiel beim russischen Meister, der sich den russischen Supercup durch ein 1:0 gegen ZSKA Moskau sicherte. Auch Köstner möchte in Europa noch einiges erreichen: «Ich würde gern noch ein paar Europacup-Partien erleben.» Jedoch wird er wohl auf Andrea Barzagli (Rippenprellung) und Grafite (Adduktorenzerrung) verzichten müssen. Beide mussten gegen Bochum frühzeitig vom Feld.
Die Bochumer Ziele sind bescheidener. Nachdem die Serie von acht ungeschlagenen Spielen jäh beendet wurde, brennt das Rückrunden- Überraschungsteam auf Wiedergutmachung im Derby gegen Borussia Dortmund. Holtby sandte bereits eine Kampfansage: «Ich komme ja von Schalke, da will ich auf jeden Fall die Schwarz-Gelben schlagen.» Das Selbstvertrauen ist zumindest nicht erschüttert. «An dem Ergebnis werden wir sicher nicht zerbrechen», sagte Keeper Philipp Heerwagen.
dpa
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