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Schalke hält Kurs - Euphorie nur bei Fans

Gelsenkirchen - Der Torjäger trifft, die Fans feiern und der Trainer staunt - auch der 2:1 (0:0)-Sieg über den starken VfB Stuttgart und ein weiterer Big Point im Titelrennen können Felix Magath nicht zur Euphorie verleiten.

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Dass die Tabelle den FC Schalke 04 als Spitzenreiter mit einem Punkt Vorsprung auf Bayern München auswies, spielte für den Coach überhaupt keine Rolle. «Ich bin realistisch, was die Zielsetzung angeht. Es ist auch egal, ob wir jetzt Erster, Zweiter oder Dritter sind. Entscheidend ist die Punktzahl, darüber staune ich selbst. Und ich kann kaum glauben, dass wir gegen so eine gute Mannschaft gewonnen haben», sagte Magath nüchtern nach dem «glücklichen Sieg» über seinen ehemaligen Club.

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Der Schalker Kevin Kuranyi jubelt nach seinem Treffer zum 2:1.

Auch Toptorjäger Kevin Kuranyi, der dem Revierclub mit seinem 14. Saisontor den achten Heimsieg in Serie sicherte, dämpfte die Euphorie der Fans, die ihr Team mit «standing ovations» feierten und vom ersten Meistertitel seit 52 Jahren träumen. «Es ist schön, dass die Fans zufrieden sind und hinter uns stehen», meinte der 28-Jährige, der sich in der Form seines Lebens befindet. «Aber wir haben noch sehr viel Arbeit vor uns. Natürlich sind wir zufrieden, aber wir wollen mit der ganzen Saison zufrieden sein.»

Der Champions-League-Achtelfinalist erwies sich vor dem Rückspiel am 17. März beim FC Barcelona als spielstarke Einheit, ließ aber die nötige Durchschlagskraft vermissen und musste mit der ersten Auswärtsniederlage unter Christian Gross einen Rückschlag im Kampf um die Europapokalplätze hinnehmen. Missmutig zogen die VfB-Profis von dannen, auch der Coach war enttäuscht. «Zwei Fehler haben uns die Punkte gekostet», befand Gross nach dem «eigentlich guten Auswärtsspiel». Erst hatte Nationalverteidiger Serdar Tasci mit einem Querschläger im Strafraum dem zur Pause eingewechselten Edu (46.) dessen erstes Tor für Schalke ermöglicht. Und vor dem 1:2, fünf Minuten nach Tascis Ausgleich (50.), klappte die Abseitsfalle nicht, so dass Heiko Westermann Kuranyi mustergültig bedienen konnte. «Wir haben Scheiß-Fehler gemacht», gab Tasci zu.

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Auch wenn Schalke seit Wochen beeindruckend effektiv spielt, meist nach dem Wechsel die großen Kraftreserven mobilisiert und im richtigen Moment zuschlägt, ist die Erfolgsserie für Magath mehr Zufall als den eigenen Qualitäten geschuldet. Sein Meisterteam VfL Wolfsburg sei wesentlich besser gewesen, dozierte er. «Da ist überhaupt kein Vergleich möglich. Wolfsburg war auch offensiv stark. Davon sind wir noch weit entfernt. Wir hatten vor allem Glück, Manuel Neuer, der das Spiel für uns gewonnen hat und Kuranyi, der wirklich in guter Verfassung ist. Wenn man hinten stabil ist und einen guten Stürmer hat, reicht es halt mal für drei Punkte», sagte der Meister im Tiefstapeln, der noch einen Erfolgsfaktor nannte: «Die Fans und die tolle Atmosphäre im Stadion bringen uns tatsächlich auch Punkte. Sonst stünden wir nicht so weit oben.»

Wie Magath verweisen die Profis gebetsmühlenartig auf das schwere Programm der nächsten Wochen mit Auswärtsspielen in Hamburg und Leverkusen sowie der Partie gegen die Bayern, die zwischendurch auch im Pokal-Halbfinale zu Gast sind. «Erst danach können wir abschätzen, wo wir stehen», sagte Neuer mit Verweis auf die große Euphorie 2007, als Schalke den Titel am Ende noch verspielte. Neuer: «Damals wurde oft 'Spitzenreiter, Spitzenreiter' angestimmt. Jetzt ist alles etwas verhaltener. Und das ist gut so.»

dpa

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