Sonntag, 14. März 2010 / 10:05 Uhr
Mönchengladbach - Minimale Regeneration, maximaler Erfolg: Der VfL Wolfsburg will sich auf dem Weg zurück ins obere Tabellendrittel der Fußball-Bundesliga auch durch (zu) kurze Erholungsphasen nicht stoppen lassen.
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«Wir haben einen guten Lauf und es sollte doch mit dem Teufel zugehen, wenn wir in unserem nächsten Heimspiel gegen Hertha BSC nicht wieder einen Dreier einfahren», sagte Innenverteidiger Alexander Madlung. Beim 4:0 (1:0)-Auswärtssieg in Mönchengladbach ließen es sich die Niedersachsen nicht anmerken, dass sie rund 42 Stunden zuvor im tiefsten Russland auf internationaler Bühne im Einsatz waren. «Meine Jungs lagen zwischen den Spielen reihenweise auf der Massagebank, haben dann aber dennoch den Takt angegeben», meinte Trainer Lorenz-Günther Köstner.
Siege sind für die Wolfsburger demnach die beste Maßnahme gegen Müdigkeit. «Keiner hat uns die Belastung angemerkt, mit dem Erfolg kommt auch das Selbstvertrauen», erklärte Edin Dzeko. Der Stürmer hatte mit seinen Saisontreffern 13 und 14 und einer starken Leistung großen Anteil am vierten Wolfsburger Ligasieg in Serie. Doch mit jedem Tor schürt der Bosnier, der den Club für eine festgeschriebene Ablösesumme von 40 Millionen Euro verlassen kann, das Interesse potenzieller Käufer. «Schwierig, aber nicht unmöglich», sagte bezeichnete Köstner die Aussicht, dass Dzeko (Vertrag bis 2013) auch nächste Saison für Wolfsburg spielt. «Keiner weiß es, alles ist möglich», erzählte der umworbene Goalgetter gut gelaunt. Auch ohne seinen etatmäßigen Sturmpartner Grafite unterstrich der 23 Jahre alte Angreifer erneut seinen Stellenwert. «Dzeko spielte überragend und übernahm viel Verantwortung für seine Kollegen», befand Köstner.
Zvjezdan Misimovic (41. Minute) eröffnete vor 39 128 Zuschauern im Borussia-Park den Torreigen, ehe Dzeko (49./Handelfmeter, 80.) und Christian Gentner (58.) erhöhten. Doch obwohl die Gäste extrem geordnet auftraten und das Tempo bestimmten, wollte Köstner nach seinem 100. Spiel als Bundesligatrainer nicht in Jubelarien ausbrechen. «Die Müdigkeit wird noch kommen. Wenn nicht heute, dann morgen oder übermorgen», befürchtete der 58-Jährige.
Nachdem die «Wölfe» für das Achtelfinal-Hinspiel in der Europa League beim russischen Meister Rubin Kasan (1:1) innerhalb von zwei Tagen über 6000 km zurücklegen mussten, dachte Köstner vor allem ans Rückspiel am 18. März: «Das wird die schwerste Partie von allen, aber Wolfsburg kann erstmals in seiner Vereinsgeschichte in ein Europapokal-Achtelfinale einziehen. Das ist eine lohnende Aufgabe, die ich genieße.» Nach verkorkster Zwischenbilanz strebt der VfL ein versöhnliches Saisonende an. «Leider müssen wir dafür aber auf Patzer unserer direkten Konkurrenten warten», meinte Verteidiger Marcel Schäfer, «jeder stellt seine eigenen Egoismen zurück.»
In die völlig entgegen gesetzte Richtung bewegt sich Gladbach, das vor dem Rhein-Derby am 19. März in Köln seit vier Spielen auf einen Sieg wartet und seine höchste Saisonpleite kassierte. «So ein 0:4 tut weh, aber Wolfsburg ist eine Mannschaft mit hoher individueller Qualität», so Borussia-Kapitän Filip Daems. Angesichts eines Polsters von sieben Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone bestehe laut Trainer Michael Frontzeck zwar kein Grund zur Hektik, «aber wir müssen jetzt wieder aufstehen und uns anders präsentieren.»
dpa
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