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Punktabzug und Geldstrafe: Arminia in Turbulenzen

Bielefeld - Arminia Bielefeld hat schwere Zeiten vor sich. Nach der Strafe der DFL, die den Club «aufgrund von Verstößen gegen Bestimmungen der Lizenzierungsordnung» mit vier Punkten Abzug und einer Geldstrafe von 50 000 Euro belegte, ist die Bundesliga-Rückkehr in weite Ferne gerückt.

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Noch ist nicht sicher, ob der Club von der Deutschen Fußball Liga überhaupt die Lizenz für die kommende Saison erhält: «Es bestehen Restzweifel, ob uns das gelingt», räumte Finanz-Geschäftsführer Heinz Anders ein. Das konsequente Vorgehen der DFL wirft den in Finanznot geratenen Absteiger nicht nur im aktuellen Kampf um die Aufstiegsplätze, sondern möglicherweise um Jahre zurück. Alle Hoffnungen der Clubspitze auf künftige Mehrerlöse in der Bundesliga erwiesen sich als Wunschdenken. Mit dem Punktabzug zum Saisonende beträgt der Abstand zum Relegationsplatz bereits zehn Zähler.

Arminia-Logo

Foto: dpa Bild vergrößern

Das Vereins-Logo von Arminia Bielefeld schmückt eine Decke.

Doch ohne den Wiederaufstieg muss der Etat deutlich gesenkt werden. Verkäufe von Stars wie Giovanni Federico und Dennis Eilhoff erscheinen angesichts eines Gesamtschuldenstandes in Höhe von 15,5 Millionen Euro unvermeidbar. «Die DFL hat uns einen Neuanfang nahelegt», sagte Rechtsanwalt Christoph Schickardt, der Bielefeld in den Gesprächen mit der DFL juristisch vertreten hatte. Gleichwohl geht der Jurist von einem Verbleib Bielefelds in der 2. Liga aus: «Die Arminia ist mit einem blauen Auge davongekommen. Ich bin zuversichtlich, dass sie die Lizenz bekommt.»

Es komplettiert das Bild von turbulenten Verhältnissen, dass der Club en passant auch noch einen neuen Trainer suchen muss. Im Verlauf der Woche soll der Nachfolger von Thomas Gerstner gefunden werden, von dem sich die Arminia zuvor getrennt hatte.

Von einem Job mit Perspektive kann für den neuen Coach allerdings nur bedingt die Rede sein. Denn der ambitionierte Zweitligist hat sich bei der Modernisierung des Stadions und der Zusammenstellung des Kaders schwer verhoben und im Februar eine Finanzierungslücke in Höhe von 2,5 Millionen Euro für die laufende Spielzeit eingeräumt. Deshalb war er von der DFL zu einer Nachbesserung bis zum 5. März aufgefordert worden. Wie der Club mitteilte, beläuft sich die aktuelle Unterdeckung sogar auf 4,2 Millionen Euro.

Vor allem die nicht eingeplanten Mehrkosten in Höhe von sechs Millionen Euro für den Umbau der Ost-Tribüne machen schwer zu schaffen. Zudem verlief die Entwicklung bei den Zuschauerzahlen und den Sponsorzuwendungen nicht wunschgemäß. Liquiditätsprobleme waren die Folge: Wiederholt mussten Gläubiger vertröstet werden. Zudem sollen Gehälter für Spieler und Angestellte verspätet ausgezahlt worden sein.

Zwar bestätigte die DFL der Arminia die fristgerechte Auflagenerfüllung im Hinblick auf die zuvor festgestellte Finanzlücke, ahndete aber einen Verstoß gegen die Lizenzierungsordnung im Nachlizenzierungsverfahren der Saison 2009/10. Zuletzt war der Bielefelder Ligakonkurrent TuS Koblenz in der Saison 2007/2008 mit einem Abzug von sechs Punkten und einer Geldstrafe in Höhe von 200 000 Euro belegt worden.

dpa

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