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Budenzauber als Leistungsschau der Fußballerinnen

Bonn - Für die männlichen Kollegen ist Hallenfußball seit Jahren kaum mehr als ein zweifelhaftes Freizeitvergnügen, doch bei den Frauen ist der Kampf um den ersten Titel ein willkommener Start ins WM-Jahr und eine wichtige Standortbestimmung.

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Drei Tage vor der Abreise der Nationalelf zum Vier-Länderturnier in China (26. - 30. Januar) nutzt Bundestrainerin Silvia Neid beim 14. DFB-Hallenpokal in der Bonner Hardtberghalle die Gelegenheit, ihre Akteurinnen und weitere potenzielle WM-Kandidatinnen in Augenschein zu nehmen. «Ich sehe die Nationalspielerinnen zum ersten Mal in diesem Jahr. Ich hoffe, sie sind in guter Verfassung», sagte Neid vor dem Kräftemessen aller 12 Bundesliga-Vereine.

Titel-Anwärterin

Célia Okoyino da Mbabi würde mit Bad-Neuenahr das eigene Turnier gewinnen.

Laut Neid, die in Bonn zudem die Auslosung der Halbfinals im DFB- Pokal vornehmen wird, ist der Budenzauber «vor allem für die jungen Spielerinnen ein wichtiger Leistungstest und der ideale Start ins WM-Jahr». Auch DFB-Präsident Theo Zwanziger sieht der mit 3000 Zuschauern ausverkauften Veranstaltung mit Vorfreude entgegen. «Das ist ein attraktiver Auftakt für das Jahr des Frauenfußballs» sagte er mit Blick auf den Höhepunkt im September in China, wo die DFB-Elf ihren WM-Titel erfolgreich verteidigen will.

Innerhalb von sieben Stunden gehen in Bonn 25 Partien über die Bühne. Die zwölf Teams mit insgesamt 144 Spielerinnen sind in drei Vierer-Gruppen aufgeteilt. Nach der Vorrunde im Modus «jeder gegen jeden» qualifizieren sich die ersten Beiden jeder Gruppe sowie die zwei besten Dritten für das Viertelfinale. Von da an geht es im K.o.-System weiter bis zum Finale. Die Favoritenbürde lastet auf dem dreimaligen Titelträger und Cup-Verteidiger 1. FFC Frankfurt, der sich schon in der Gruppenphase unter anderem mit dem Dauerrivalen Turbine Potsdam messen muss. «Wir wollen mit viel Spaß und Spielfreude antreten und erfolgreich spielen», kündigte FFC-Coach Hans-Jürgen Tritschoks an. Angesichts der angestrebten Saisonziele will er aber «Verletzungen unbedingt vermeiden».

Gute Chancen auf die Siegprämie von 2500 Euro werden neben Bundesliga-Spitzenreiter FCR Duisburg auch dem Ausrichter SC 07 Bad Neuenahr eingeräumt, der das hochkarätig besetzte internationale Turnier in Bielefeld gewann. «Wir müssen unsere gute Form abrufen. Ich würde mich freuen, wenn wir unter die ersten Drei kommen», sagte SC-Nationalspielerin Célia Okoyino da Mbabi. Zwanziger drückt dem Gastgeber im Jubiläumsjahr die Daumen. «Gerade zum 100. Geburtstag würde ich Bad Neuenahr den Sieg gönnen.»

Für die Nationalspielerinnen ist Bonn eine Durchgangsstation. Schon am 23. Januar reist die DFB-Elf zum Nationen-Turnier nach Guangzhou, wo die Vergleiche mit den USA (26. Januar), China (28.1.) und England (30.1.) anstehen. In Fernost muss Neid allerdings einige Leistungsträgerinnen ersetzen. Rekord-Nationalspielerin Birgit Prinz, ihre Frankfurter Kollegin Kerstin Garefrekes und Torhüterin Nadine Angerer (Potsdam) fehlen aus beruflichen Gründen. Renate Lingor, Steffi Jones (beide Frankfurt) und Sandra Minnert (Bad Neuenahr) sind angeschlagen und werden geschont.

dpa

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