Sonntag, 11. April 2010 / 10:12 Uhr
Bremen - Als er auch noch vom Sieg des Konkurrenten Hannover 96 erfuhr, verdrehte Felix Bastians die Augen und fluchte kurz. «Scheiße», schimpfte der Freiburger Abwehrspieler leise.
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Denn durch den doppelten Tiefschlag wird die Situation für den letztjährigen Aufsteiger immer verzweifelter, die Rückkehr in die 2. Fußball-Bundesliga immer wahrscheinlicher. Beim 0:4 bei Werder Bremen wurden die Freiburger fast wie beim 0:6 im Hinspiel vorgeführt und rutschten dann auch noch durch den zeitgleichen 96-Erfolg gegen Schalke 04 auf den vorletzten Platz.
Torwart Simon Pouplin attestierte seiner Mannschaft ein «Problem mit dem Kopf». Der Freiburger Keeper sah bei seinen Mannschaftskameraden «zu viel Respekt vor Werder» und klagte: «Wir hatten keine Aggressivität. Ich verstehe das nicht.» Der französische Tormann verhinderte mit einigen Paraden, dass die Bremer noch mehr Tore erzielten als jene durch Claudio Pizarro (35., 56.), Aaron Hunt (53.) und Mesut Özil (56.). Pouplin rechnete hoch: «Wir haben noch drei Heimspiele, die müssen wir alle gewinnen.»
Die Gäste waren gegen die souverän wie selten spielenden Bremer hoffnungslos überfordert und erwiesen sich als reif für die 2. Liga. «Was wir in der zweiten Halbzeit abgeliefert haben, hat mit Abstiegskampf nichts zu tun», klagte Abwehrspieler Heiko Butscher: «Wenn man hier so körperlos spielt, dann führt Werder einen vor. Wir sind im Abstiegskampf - da gibt es andere Tugenden, die wichtig sind.»
Doch die Hoffnung wollen die SC-Profis und -Verantwortlichen noch nicht aufgeben. «Zuletzt hat Hannover schlecht gespielt, jetzt wir. Es wird bis zum letzten Spieltag hin- und hergehen», sagte Trainer Robin Dutt, der den zwei Torchancen aus der Anfangsphase hinterhertrauerte. «Wenn man hier punkten will, muss man die Möglichkeiten nutzen.» Der Coach hatte aber nur dünne Durchhalteparolen zu bieten, denn er weiß auch: «Mit jedem Punkt der Konkurrenz wir es enger.»
Während die Freiburger einen zweifachen Tiefschlag erlitten, hatten die Bremer doppelt Grund zur Freude. Die Werder-Fans bejubelten die vier Treffer und anschließend die Dortmunder Niederlage in Mainz, die den Bremern im Kampf um die Champions-League-Plätze neue Hoffnung gibt. «Es wird immer mehr zur Nervensache», sagte Werder-Clubchef Klaus Allofs, der eine vorzeitige Vertragsverlängerung mit Mesut Özil - wie der Spieler selber - dementierte. «Das stand in den Zeitungen, aber das stimmt nicht», versicherte der Nationalspieler, der gegen Freiburg deutlich aufsteigende Form zeigte.
Özil glänzte in einer Bremer Mannschaft, die sich fast ohne Schwächen zeigte und fast nach Belieben kombinierte. «Im Gegensatz zu dem, was wir hier sonst schon erlebt haben, war das fast schon langweilig», scherzte Trainer Thomas Schaaf angesichts der Dominanz seines Teams. So ungefährdet wie gegen Freiburg hat seine Mannschaft selten einen Sieg errungen.
dpa
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