Donnerstag, 25. November 2004 / 12:41 Uhr
Ettlingen - Winfried Schäfer hat seine Entlassung als Trainer von Kameruns Fußball-Nationalmannschaft nun auch schriftlich.
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«Ich habe ein Fax vom Sportminister bekommen. Auf Französisch steht da, dass mir die Zusammenarbeit aufgekündigt wurde. Jetzt muss ich schauen, dass ich noch die Kohle bekomme», sagte der 54-Jährige aus Ettlingen der dpa. Schäfer hat eine Abfindung in seinem bis nach der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 laufenden Vertrag festgeschrieben. Zudem habe er in den vergangenen sechs Monaten kein Gehalt mehr bekommen.
Winnie Schäfer vor dem Spiel gegen Deutschland in Leipzig.
«Wir versuchen, das freundschaftlich und im Einverständnis mit Kamerun zu klären. Nur im Notfall werden wir die FIFA einschalten», erklärte Schäfers Anwalt Christoph Schickhardt (Ludwigsburg). Nach dem 0:3 im Länderspiel gegen Deutschland am 17. November in Leipzig hatte Verbandspräsident Mohammed Iya an der Hotelbar verkündet, dass der am 15. September 2001 verpflichtete Coach suspendiert sei: «Mit dieser Niederlage war er nicht mehr zu halten. Man kann keinem in Kamerun diese Leistung verkaufen.» Dem blamablen Auftreten auf dem Rasen war ein Prämienpoker und eine Boykottdrohung von Kameruns Spieler vorausgegangen, was Schäfer wiederum auf die Palme brachte. «Man kann sein Land nicht so brüskieren», ärgert er sich heute noch.
Nach dem Triumph beim Afrika-Cup 2002 und dem Einzug ins Finale des Confederations Cups 2003 hatte Schäfer am Ende die «unzähmbaren Löwen» nicht mehr im Griff: In der WM-Qualifikation droht dem westafrikanischen Land das Aus.
«Es waren fantastische Jahre», sagte der frühere Bundesliga-Coach des VfB Stuttgart und Karlsruher SC, dessen Bilanz trotz seines unrühmlichen Abgangs positiv ausfiel. «Das Spiel in Leipzig war nur der Funke, der am Ende alles auslöste. Angefangen haben die Schwierigkeiten, als der neue Sportminister kam und ich meinen Stab komplett auswechseln musste.» In Leipzig habe er noch versucht, alles zu retten und «Schaden vom Land abzuwenden».
Noch vor wenigen Tagen hatte Schäfer betont: «Ich fühle mich noch als Kamerun-Trainer.» Verbandspräsident Iya habe bis heute nicht mit ihm gesprochen. «Schade, wirklich schade, dass es so zu Ende gegangen ist», sagte der Badener. Trotzdem könne er stolz auf seine Arbeit sein. Abgesehen vom Triumph beim Afrika-Cup habe er die Mannschaft auf Rang 13 der FIFA-Weltrangliste geführt. Die Finalteilnahme beim Confederations Cup in Frankreich habe dem Verband zudem «viel, viel Geld eingebracht».
Schäfer, der im deutschen Profifußball zuletzt beim Zweitligisten Tennis Borussia Berlin (199/2000) tätig war, ist nun «bereit für eine neue Aufgabe». Seinen Wohnsitz hatte er ohnehin immer in Ettlingen, wo er seit diesem Jahr für die Freien Wähler auch im Gemeinderat sitzt.
dpa
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Die Finalniederlage der EM ist langsam verdaut...also kucken wir mal auf die neue Saison
Olaf Thon: In erster Linie stehe ich voll hinter dem Trainer, in zweiter Linie hat er recht.
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