Sonntag, 28. Januar 2007 / 11:21 Uhr
Guangzhou/China/Düsseldorf - Die deutsche Fußball- Nationalmannschaft der Frauen präsentiert sich beim WM-Testlauf weiter in guter Verfassung, doch das Drama um die schwere Verletzung von Silke Rottenberg hat die Freude getrübt.
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Die 35 Jahre alte Nationaltorhüterin zog sich höchstwahrscheinlich einen Kreuzbandriss im linken Knie zu und muss knapp acht Monate vor der Weltmeisterschaft in China (10. - 30. September) um ihre Teilnahme bangen. «Das ist bitter für mich. Aber ich muss da jetzt durch und werde alles tun, bis zur WM wieder fit zu werden», sagte Rottenberg.
Silvia Neid sieht beim Turnier in China gute Spiele von ihrer Mannschaft.
Ohne ihre «Nummer eins» kam die DFB-Auswahl auch im zweiten Spiel des Vier-Nationen-Turniers gegen Gastgeber China zu einem 0:0. Zwei Tage nach dem torlosen Auftaktmatch gegen die USA war die junge und auf sechs Positionen umbesetzte DFB-Elf dem Gastgeber vor rund 10 000 Zuschauern in Guangzhou über weite Strecken überlegen, konnte aber viele gute Torchancen nicht nutzen. Zum Abschluss trifft der Welt- und Europameister am 30. Januar auf England und hat nach dem 1:1 zwischen den USA und England sogar noch die Chance auf den Turniersieg.
Beherrschendes Thema war jedoch das Drama um Rottenberg. Zwei Tage nach ihrem 35. Geburtstag verletzte sich die Keeperin vom 1. FFC Frankfurt im Training schwer. «Sollte sich der Verdacht bestätigen, würde mir das für Silke sehr Leid tun. Ein Kreuzbandriss ist so ziemlich das Unangenehmste, was einer Fußballerin passieren kann», sagte Cheftrainerin Silvia Neid. Auch Frankfurts Manager Sigfried Dietrich, der zur DFB-Delegation gehört, war geschockt: «Das ist tragisch für Silke und für uns. Sie hatte mit uns große Ziele in dieser Saison. Aber wir schauen optimistisch nach vorn.»
Rottenberg reiste bereits zurück nach Deutschland. In Heidelberg wird sich die 123-malige Nationalspielerin einer Kernspintomographie unterziehen. Sollte sich die Diagnose bestätigen, will DFB-Teamarzt Bernd Lasarzewski die Operation schon in der Woche nach der Verletzung in Lüdenscheid vornehmen. Rottenberg droht ein halbes Jahr Pause. «Der Zeitpunkt ist sehr ärgerlich. Wir sind mitten in der WM-Vorbereitung. Ich hoffe, dass der Genesungsprozess gut verläuft», sagte Neid. «Aber ich bin überzeugt, dass sie bis zur WM wieder fit wird, weil sie eine äußerst professionelle Einstellung hat.»
Für Rottenberg kam gegen China Torhüterin Stephanie Ullrich zu ihrem Debüt im DFB-Dress. Die 22-Jährige vom VfL Wolfsburg bot eine solide Leistung, wurde aber wenig geprüft. Die seit 13 Länderspielen unbesiegte Elf stand auch ohne viele Stammkräfte sicher in der Abwehr und zeigte gute Aktionen nach vorn. «Ich bin sehr zufrieden. Bei Balleroberung haben wir schnell umgeschaltet und gut kombiniert», lobte Neid, die nur die «mangelnde Chancenauswertung» beklagte: «Wir hatten vier, fünf Hundertprozentige. Das hätte reichen müssen, um das Spiel zu gewinnen.»
dpa
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