Dienstag, 30. Januar 2007 / 13:15 Uhr
Guanghzou/China - Beim WM-Testlauf in China hat die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft für ein Novum in ihrer 25-jährigen Länderspielgeschichte gesorgt. Drei Spiele in Serie ohne einen eigenen Treffer und ohne Gegentor, das gab es noch nie.
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Nach den Nullnummern gegen die USA und China kam der Welt- und Europameister auch gegen England zum Abschluss des Vier-Nationen- Turniers in Guangzhou nicht über ein 0:0 hinaus. Die DFB-Elf schloss die «Generalprobe» für die Weltmeisterschaft im September in China mit dem dritten Platz ab.
Den DFB-Frauen - hier Okoyino da Mbabi (l) gegen England - gelang kein Tor.
Dennoch zog Cheftrainerin Silvia Neid zufrieden Bilanz. «Ich habe viele junge Spielerinnen gegen Weltklasse-Teams testen können und wir haben die kurze Zeit genutzt, um intensiv zu arbeiten. Die Mannschaft hat bei dem dichten Programm gut mitgezogen. Und auch im organisatorischen Bereich haben wir wichtige Erkenntnisse gesammelt. Die Reise hat sich auf jeden Fall gelohnt», sagte die 42-Jährige, deren Elf nach drei Spielen in nur sechs Tagen am Ende allerdings müde wirkte.
Den fünften Sieg beim Einladungsturnier sicherte sich nach 1998, 2003, 2004 und 2006 Olympiasieger USA (5 Punkte) mit einem 2:0 (1:0)-Sieg gegen Gastgeber China (4) im Abschlussspiel. Die Tore für die USA, die ebenfalls nicht in Bestbesetzung antraten, erzielten Lori Chalupny (45.) und Natasha Kai (57.).
Auf der China-Reise fehlten im DFB-Team viele etablierte Stammkräfte wie Birgit Prinz, Steffi Jones, Kerstin Garefrekes, Renate Lingor, Sandra Minnert oder Torhüterin Nadine Angerer. So nutzte Neid die Gelegenheit, jungen Spielerinnen eine Chance zu geben. «Die Ergebnisse waren hier erstmal zweitrangig. Aber man hat gemerkt, dass einige unbedingt auf den WM-Zug aufspringen wollen», betonte Neid, deren Auswahl nach dem Tod von DFB-Vizepräsident Werner Hackmann gegen England mit Trauerflor spielte.
Eine wichtige Erkenntnis war, dass auf die Defensive um Kerstin Stegemann, die Duisburgerin Annike Krahn und die Potsdamerin Ariane Hingst Verlass ist. Auch die 22 Jahre alte Wolfsburger Torfrau Stephanie Ullrich, die nach dem Kreuzbandriss von Stammkeeperin Silke Rottenberg (Neid: «Das war ein Schock») in ihren ersten beiden Länderspielen ohne Gegentor blieb, dürfte Punkte gesammelt haben. «Mit den Abwehrleistungen war ich insgesamt zufrieden», sagte Neid.
Im Spiel nach vorn und in der Chancenauswertung hapert es noch, was kurz nach der Winterpause verständlich ist. Dennoch: Ohne die dreimalige Weltfußballerin und Spielführerin Prinz mangelt es der DFB-Elf an Durchschlagskraft. «Wir haben uns im Turnier zwölf hundertprozentige Chancen herausgespielt. Dass wir daraus kein Tor machen, ist schon ärgerlich. Aber ich habe auch einige positive Ansätze gesehen», betonte Neid.
Dennoch dürfte die erfahrene Lingor als Ideengeberin im Mittelfeld noch nicht durch den Nachwuchs zu ersetzen sein. Obwohl in den talentierten Okoyino da Mbabi oder Fatmire Bajramaj Alternativen parat stehen. Auf der linken Abwehrseite probierte die DFB-Trainerin die Potsdamerinnen Babett Beter und Jennifer Zietz sowie Sonja Fuss (Duisburg) und Bianca Rech (Bayern München) aus.
Beim Algarve-Cup Anfang März und in den EM-Qualifikationsspielen wird Neid, die zurzeit 32 WM-Kandidatinnen im Kopf hat, ihre Testserie fortsetzen. Erst Ende Juni will sie den Kader auf 24 Spielerinnen reduzieren, die dann um 21 WM-Tickets kämpfen.
dpa
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