Donnerstag, 13. Mai 2010 / 12:26 Uhr
Hamburg - Als Diego Forlán mit seinem zweiten Treffer Atlético Madrid zum Titel in der Europa League geschossen hatte, sprang selbst der spanische Kronprinz Felipe von seinem Sitz im Hamburger Stadion auf und umarmte den Industrieminister des aktuell so gebeutelten Landes.
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«Das ist das, was wir alle gebraucht haben nach so einem schwierigen Winter und Frühling. Das wird ein Lächeln auf das Gesicht vieler Menschen bringen», hieß es beim Radiosender Cadena COPE. Tatsächlich strömten in der spanischen Hauptstadt nach dem Abpfiff des stimmungsvollen Endspiels, das Atlético mit 2:1 (1:1, 1:1) nach Verlängerung gegen den HSV-Bezwinger FC Fulham gewonnen hatte, spontan 40 000 Fußball-Fans am Neptun-Brunnen zusammen und feierten eine rauschende rot-weiße Fiesta bis in die Morgenstunden.
Da waren dann auch fast alle Anhänger aus Hamburg zurückgekehrt, die wegen des überlasteten Flughafens in der Hansestadt teilweise stundenlang auf ihren Rückflug hatten warten müssen.
Mit seinen beiden Treffern hatte der überragende Forlán (32./116. Minute) dem spanischen Traditionsverein 48 Jahre nach dem Sieg im Pokalsieger-Cup wieder eine europäische Vereinstrophäe beschert. «Forlán öffnet das Tor zum Himmel», titelte die Zeitung «El Mundo».
Das Sportblatt «Marca» schrieb: «Dies war der Tag, an dem sich die Geschichte Atléticos wandelte.» Denn Atlético steht in Spanien in dem Ruf, als «ewiger Verlierer» seine Fans ständig leiden zu lassen. Man erzählt sich die Anekdote von dem kleinen Jungen, der seinen Vater fragt: «Papa, warum halten wir eigentlich zu Atlético?» «Marca» griff diese Anekdote nun auf und schrieb in großen Lettern auf der Titelseite: «Papa, jetzt weiß ich, warum wir zu Atlético halten.»
Im finalen Akt einer beeindruckenden europäischen Spielzeit hatte Simon Davies (37.) zwar für die «Cottagers» ausgeglichen und die Verlängerung erzwungen, doch der uruguayische Nationalstürmer Forlán zerstörte die Hoffnungen der Engländer auf den ersten europäischen Coup in der 131-jährigen Vereinsgeschichte.
«Ich bin sehr stolz auf meine Spieler», sagte Atlético-Trainer Quique Sanchez Flores zu mitternächtlicher Stunde im Inneren der HSV- Arena. Im November hatte er den Club übernommen, aus der Abstiegszone der Primera División bis zum Europa-League-Titel und ins Finale des spanischen Pokals gegen den FC Sevilla geführt. «Wir haben die Saison schlecht angefangen, aber großartig beendet», sagte der Coach. «Jetzt sollen die Fans einfach ein paar Tage feiern.»
Die Fiesta der Spanier nahmen die Fulham-Fans - unter ihnen Hollywood-Star Hugh Grant - in der HSV-Arena würdevoll und fair hin. Bei aller Enttäuschung über den zerplatzten Titeltraum blieb die Erkenntnis, dass ihre Elf eine grandiose Saison gespielt hatte. Das sah auch Keeper Mark Schwarzer so, der in einem Monat mit Australien zum WM-Auftakt auf die deutsche Auswahl trifft. «Unsere Fans, der ganze Verein und wir Spieler können stolz sein», sagte Schwarzer.
dpa
1 Kommentar | Kommentare verstecken
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Norbert Nachtweih (über Dieter Höneß): Der springt so hoch; wenn der wieder runter kommt, liegt auf seiner Glatze Schnee.
1. 26451 schrieb am 17.05.2010 um 19:45:39:
eeejjj super Atletico madrid
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