Freitag, 14. Mai 2010 / 13:22 Uhr
Wien - «Huub, Huub, Hurra!» - so euphorisch wurde in der Festspielstadt Salzburg noch nie ein Dirigent gefeiert. Auf Händen trugen die Spieler des neuen österreichischen Fußball-Meisters Red Bull Salzburg ihren Trainer Huub Stevens (56) über den Rasen.
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Für den erfahrenen Ex-Bundesliga-Coach (Hamburger SV, Hertha BSC, Schalke 04, 1. FC Köln) ist es der erste Erstliga-Titel, der ihm nach seinem Schalke-Trauma 2001 Tränen in die Augen trieb. Als völlig verdient bejubelten Österreichs Zeitungen die etwas anderen «Salzburger Festspiele» - in Anspielung auf das weltbekannte Musik- und Theaterfestival in der Mozartstadt.
«Wir sind der korrekte Meister, der ausgeglichene Kader hat den Ausschlag gegeben. Jetzt werden wir die Meisterschaft feiern, wie es sich gehört», sagte Stevens. Noch eineinhalb Stunden nach Abpfiff standen die Meisterkicker in der Grazer UPC-Arena und ließen sich von den Fans feiern. Nach der Rückkehr nach Salzburg soll es dann auch in der Disco «Half Moon» noch hoch hergegangen sein.
Kurz vor dem Saisonende hatte Favorit Salzburg den Kampf um die Meisterschale mit zwei Niederlagen noch einmal spannend gemacht. Doch nun sicherten sich die Bullen souverän den Titel bei Sturm Graz im letzten Saisonspiel mit 2:0. Mittelfeldspieler Simon Cziommer, in der Saison 2003/2004 für Schalke 04 aktiv, brachte sein Team in der 14. Minute auf die Siegerstraße, ein Treffer von Roman Wallner sorgte kurz darauf (16.) für die Entscheidung.
«Huub, Huub, Hurra! Salzburg ist Meister», hob die «Kronenzeitung» den Verdienst des Niederländers hervor. Mit dem ersten Meisterteller seiner Karriere habe Stevens nun endlich auch sein leidiges «Schalke- Trauma» abgeschüttelt. Im Bundesliga-Saisonfinale 2001 hatten die Königsblauen bereits minutenlang ihre achte deutsche Meisterschaft gefeiert, ehe sich der FC Bayern München durch ein Freistoßtor in der Nachspielzeit in Hamburg doch noch zum Champion kürte. Stevens und Schalke gingen als «Meister der Herzen» in die Fußballgeschichte ein.
«Ich denke, dass ich heute nicht viel Bier trinken werde, sondern ein gutes Glas Wein. Vielleicht auch eine Flasche», gab sich Stevens nun erleichtert. Für die erfolgsverwöhnten Salzburger ist es der sechste Titel in der Vereinsgeschichte. «Der Druck war riesig. Wir mussten einfach Meister werden. Wenn etwas Pflicht ist, dann ist es die schwerste Aufgabe überhaupt», zitierte der «Kurier» Salzburgs Sportchef und Ex-HSV-Manager Dietmar Beiersdorfer.
Bleibt der bodenständige Stevens, der sich lieber im Trainings- als im Maßanzug zeigt, bis zum Vertragsende 2012, wäre er der bisher am längsten dienende Salzburg-Coach. Und der Niederländer hat auch schon die nächsten Erfolge mit den Bullen im Visier: «Der Titel ist eine Bestätigung der Arbeit in dieser Saison. Aber jetzt müssen wir uns darauf konzentrieren, uns für die Champions League zu qualifizieren. Das ist unser nächstes Ziel.»
dpa
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