Mittwoch, 16. Juni 2010 / 18:27 Uhr
Durban - Trainerfuchs Ottmar Hitzfeld hat Europameister Spanien mit einem sensationellen 1:0 (0:0) geschockt und der Schweizer Nationalmannschaft zum WM-Auftakt einen historischen Erfolg beschert.
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Gegen den Turnier-Topfavoriten schafften die Eidgenossen in Durban im 19. Vergleich den ersten Sieg gegen die «seleccion» und verschafften sich dank des «goldenen Tores» von Gelson Fernandes (52. Minute) eine erstklassige Ausgangsposition im Kampf um den Einzug ins Achtelfinale. Dagegen kassierte der zuvor in 48 Länderspielen nur einmal besiegte EM-Champion vor 62 452 Zuschauern im Moses-Mabidha- Stadion einen herben Rückschlag und steht im zweiten Match der Gruppe H am Montag gegen Honduras bereits gewaltig unter Druck.
«Meine Mannschaft hat in der Tat Historisches geleistet. Die Schweiz hat in ich glaube 105 Jahren nicht gegen Spanien gewonnen. Aber irgendwann ist es mal soweit. Ich bin sehr stolz auf mein Team, denn es hat sehr intelligent gespielt», meinte Erfolgscoach Hitzfeld glückstrahlend. «Wir haben einen großen Schritt Richtung Achtelfinale gemacht, aber schon gegen Chile wird es viel schwerer», glaubt der ehemalige Bundesliga-Coach von Borussia Dortmund und Bayern München. Er sei froh und unglaublich glücklich, fügte er hinzu. Dagegen war sein spanischer Kollege Vicente del Bosque enttäuscht: «Das war nicht unser Tag. Uns hat die Präzision im Abschluss gefehlt. Nun sind wir gezwungen, die nächsten beiden Spiele zu gewinnen.»
Hitzfeld suchte sein Heil in der Offensive und bot überraschend neben Blaise Nkufo den Leverkusener Eren Derdiyok als zweiten Stürmer auf. Frankfurts Pirmin Schwegler musste dafür auf die Bank, so dass beim Anpfiff drei Bundesliga-Legionäre auf dem Platz standen. Die «Nati» sah sich dennoch von Beginn an meist in die eigene Hälfte zurückgedrängt, stand hinten aber kompakt und machte den spielstarken Iberern das Leben schwer. Vom erwarteten Offensiv-Feuerwerk war lange nichts zu sehen, auch wenn der Favorit dennoch das Spiel dominierte. Es dauerte bis zur 17. Minute, ehe David Silva erstmals das Schweizer Gehäuse ins Visier nahm, doch Diego Benaglio hielt den Schuss sicher.
Sieben Minuten später musste der starke Torwart des VfL Wolfsburg jedoch sein ganzes Können aufbieten, um gegen den von Andrés Iniesta glänzend angespielten Gerard Piqué zu klären. Der weit aufgerückte Innenverteidiger umspielte Stéphane Grichting, konnte den sich ihm entgegenwerfenden Keeper aber nicht überwinden. Auch ein Heber des plötzlich freistehenden David Villa (45.) fand nicht den Weg ins Tor. Für die clever verteidigenden Schweizer, die ihren Abwehrchef Philippe Senderos schon früh verletzungsbedingt durch den Berliner Steve van Bergen ersetzen mussten (35.), gab Reto Ziegler (26.) vor der Pause per Freistoß nur einen halbwegs gefährlichen Torschuss ab.
Kurz nach dem Wiederanpfiff wurden die Iberer in der immer besser werdenden Partie eiskalt ausgekontert. Nach einem Steilpass spielte Fernandes mit Derdiyok wunderschön Doppelpass und vollendete gegen die verzweifelten Klärungsversuche von Piqué und Keeper Iker Casillas im zweiten Nachschuss. «Ich bin dran geblieben und habe die Chance dann genutzt», sagte der Matchwinner grinsend. Ihm konnte es egal sein, dass damit der Spielverlauf nahezu auf den Kopf gestellt war. Del Bosque wählte nun die totale Offensive und brachte in Jésus Navas und dem lange verletzten Fernando Torres zwei weitere Stürmer.
Das war das Zeichen zur Schluss-Attacke: Doch entweder erwies sich der überragende Benaglio als unüberwindbarer Rückhalt oder die Iberer agierten zu umständlich. Hinzu kam noch Pech, als Xabi Alonso nur die Latte traf (70.) und der für viel Schwung sorgende Torres (72./80.) zweimal knapp vergab. Aber auch die kessen Eidgenossen blieben stets gefährlich: Derdiyok traf nach einem tollen Solo den Pfosten (74.).
dpa
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Heribert Faßbender: Sie sollten das Spiel nicht zu früh abschalten. Es kann noch schlimmer werden.
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