Sonntag, 20. Juni 2010 / 14:46 Uhr
Erasmia - Deutschland droht die größte WM-Pleite der DFB-Geschichte, doch Joachim Löw verbannt alle bösen Geister. In einer Art Regierungserklärung schwor der oberste deutsche Fußball-Lehrer seine Spieler und die schwarz-rot-goldene Fan-Gemeinschaft auf die nationale Aufgabe am Mittwoch gegen Ghana ein.
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«Ich habe bei allen das Gefühl, dass sie zu einer Trotzreaktion fähig sind», verkündete Löw und wies alle Horrorszenarien nach der Pleite gegen Serbien zurück. «Ich bin sicher, dass wir weiterkommen, weil die Mannschaft auch von der Psyche her nicht labil ist», betonte Löw kämpferisch und schwor das junge deutsche Spaß-Nationalteam auf dem Trainingsplatz in Atteridgeville in einer fünfminütigen Rede auf das Gruppen-Endspiel gegen die «Black Stars» ein. Den Fans in der Heimat versprach Löw trotz der 0:1-Pleite gegen Serbien das Weiterkommen. Im anderen Fall steht Löws Bundestrainer-Mission vor einem jähen Ende.
«Ein negativer Ausgang würde nicht alles infrage stellen», glaubt Teammanager Oliver Bierhoff für den Fall, dass Deutschland zum ersten Mal überhaupt in der WM-Vorrunde scheitet. Ein Plan B würde weder die sportliche Leitung um Löw noch ihn selbst interessieren. «Wir müssten die Tatsache akzeptieren, aber damit beschäftigen wir uns nicht.»
Das Wochenende nutzte Löw zur persönlichen Begutachtung des letzten Gruppen-Gegners beim 1:1 gegen Australien in Rustenburg und zu einer Neu-Einstimmung der eigenen Mannschaft. «Leute, wir können aus der zweiten Halbzeit noch etwas mitnehmen», erklärte er seinem nur kurz enttäuschten Personal und ergänzte ganz wie ein Staatsmann auf der Bühne des DFB-Medienzentrums in Südafrika: «Von so einem Spiel lassen wir uns nicht aus der Ruhe bringen oder nervös machen.»
Nach der Rückkehr aus Port Elizabeth, wo der dreimalige Weltmeister Deutschland erstmals seit 24 Jahren wieder ein WM- Vorrundenspiel verloren hatte, wandelte sich die Wut auch über die Gelb-Rote Karte für Miroslav Klose und den vergebenen Handelfmeter von Lukas Podolski immer mehr in Trotz. Klose, der sich bei jedem Spieler entschuldigte, denkt schon an seine Rückkehr im Achtelfinale. «Bei niemandem gibt es einen Anflug von Resignation, warum auch? Wir haben alles selbst in der Hand», betonte Löw im Hinblick auf das Druck-Spiel im Stadion «Soccer City».
Nach dem Remis der Ghanaer gegen zehn Australier zieht das Team des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit einem Sieg gegen die Afrikaner auf jeden Fall ins Achtelfinale. Sogar ein Unentschieden würde reichen, wenn zeitgleich Serbien nicht Australien schlägt. Bei einer Niederlage in Johannesburg wäre Deutschland definitiv ausgeschieden. «Wir werden auch gegen Ghana agieren und dominant sein», kündigte Löw an und schloss eine grundsätzliche Änderung seines WM-Kurses aus.
Auch für Kapitän Philipp Lahm gibt es «keinen Grund», vom Offensiv-Stil abzuweichen: «Ich mache mir überhaupt keine Sorgen», betonte der Münchner. Gegen die Serben habe das Team gezeigt, dass es auch in Unterzahl einen Gegner beherrschen und Torchancen kreieren könne. Allerdings müsse man sich auf die kleinliche Spielleitung der Schiedsrichter besser einstellen: «Das ist ein neuer Stil, dass fast jede Aktion bestraft wird», sagte Lahm. Schon fünf verwarnte Spieler sind für die K.o.-Runde eine Hypothek, erst nach dem Viertelfinale werden die Karten gestrichen.
Ob sich die sportliche Leitung dazu entschließt, neben dem Zwangstausch für den gesperrten Klose eine weitere Veränderung etwa auf der linken Abwehrseite für den überforderten Holger Badstuber vorzunehmen, ließ Löw vorerst offen. «Sicher hatte er nicht seinen allerbesten Tag, aber Badstuber wird eine hervorragende Entwicklung nehmen», unterstrich der Bundestrainer. Auf jeden Fall müsse man gegen Ghana wieder «die falschen Entscheidungen bei jedem minimieren», merkte Kapitän Lahm selbstkritisch an.
Auch Löw braucht beim Coaching ein glücklicheres Händchen als gegen die Serben. Da holte der Bundestrainer Mesut Özil gerade in dem Moment vom Platz, als der neue Fan-Liebling mit feinen Pässen auf Podolski ins Spiel fand. Und auch beim Elfmeter schritt Löw nicht mit einer klaren Festlegung des Schützen ein, obwohl er später zugab, dass Podolski an diesem Tag «nicht das Schussglück am Stiefel» hatte. «Es könnte sein, dass Schweinsteiger den nächsten Elfmeter schießt», legte der Bundestrainer eine neue Elfer-Rangordnung für die WM fest. Wie im gewonnenen EM-Gruppen-Endspiel gegen Österreich vor zwei Jahren steht nun bei der WM ein Alles-oder-Nichts-Spiel bevor. «Der Druck im nächsten Spiel ist enorm», erklärte Per Mertesacker. «2008 und jetzt zu vergleichen, das mache ich nicht. Das ist jetzt eine völlig andere Situation», erklärte Löw und verwies auf den Hauptunterschied: «Damals waren wir völlig ohne Chance. Dieses Mal haben wir es auch in Unterzahl geschafft, den Gegner zu beherrschen.»
dpa
6 Kommentare | Kommentare verstecken
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Heribert Faßbender: Sie sollten das Spiel nicht zu früh abschalten. Es kann noch schlimmer werden.
1. finn schrieb am 20.06.2010 um 18:21:43:
Das schaffen die locker! Ghana ist gar nicht so gut: 1 Sieg ein Remis, Überzeugende Spiele: 0, Tore: 2, Elfmetertore: 2 Damit ist eigentlich alles gesagt und die schlechteste Oualität haben sie auch noch UND K-P BOATENG!!! Allein wegen dem Typen fliegen die raus!!!
2. Bernhard R Lubberger schrieb am 20.06.2010 um 20:30:24:
Ungeachtet der Tatsache, dass Deutschland gegen Ghana schwerlich ausscheiden kann, sah man das Spiel selbiger gegen Australien, so erscheint mir Jogi Löw bei weitem noch nicht der Trainer zu sein, der sich auf ein breites Spektrum an Erfahrung und Wissen stützt, das ein Bundestrainer haben sollte. Gerade ein Rückblick auf die Kroatienpleite 2008 hätte Warnung und Handlungsspielraume gehabt. Beide Spiele gingen verloren. Nur das zählt. Hatten wir gegen kroation keine Chance, dann hatten wir gegen Serbien zuviel...und die falsche Taktik. Eine massive Abwehr und einen Stürmer hätte von den Serben das verlangt, was gefordert war. Angriff um das Spiel zu gewinnen. Wir hätten in Ruhe unsere Konterchancen nutzen können. Wir hatten 3 Punkte und 4 Tore, Serbien nichts. Aber was macht Jogi? Er lässt die "Jungen Wilden" los im Mythos einer dritten Halbzeit gegen Australien. Genau das haben die Serben gewollt. Lasst die Deutschen anrennen...wir kontern sie aus. Der Schiedsrichter war die Unbekannte, die allerdings sofort in ihrer Wirkung auf das Spiel umgesetzt werden muss. Auch das haben wir verpennt. Der Druck durch ein schnelles Tor den Serben den Schneid abzukaufen ging voll in die Hose.Das Angriffsspiel uferte in kopflose Hyperaktivität mit den entsprechenden gelben und roten Folgen aus Das Sturmspiel mutierte zum Sturmzwang, wo dann auch ein Elfmeter in der Hektik vergeigt wird...und Poldi ist leider nicht klug genug erkannt zu haben, dass er einem cooleren Kollegen den Strafstoß überlässt.Er wollte mit aller Macht das Tor und schoss den schlechtesten Elfmeter seiner Karriere. "****i, wann übernimmst du das Kommando und bringt Ruhe in den Haufen?!"
3. Bernhard R Lubberger schrieb am 20.06.2010 um 20:34:06:
Ungeachtet der Tatsache, dass Deutschland gegen Ghana schwerlich ausscheiden kann, sah man das Spiel selbiger gegen Australien, so erscheint mir Jogi Löw bei weitem noch nicht der Trainer zu sein, der sich auf ein breites Spektrum an Erfahrung und Wissen stützt, das ein Bundestrainer haben sollte. Gerade ein Rückblick auf die Kroatienpleite 2008 hätte Warnung und Handlungsspielraume gehabt. Beide Spiele gingen verloren. Nur das zählt. Hatten wir gegen kroation keine Chance, dann hatten wir gegen Serbien zuviel...und die falsche Taktik. Eine massive Abwehr und einen Stürmer hätte von den Serben das verlangt, was gefordert war. Angriff um das Spiel zu gewinnen. Wir hätten in Ruhe unsere Konterchancen nutzen können. Wir hatten 3 Punkte und 4 Tore, Serbien nichts. Aber was macht Jogi? Er lässt die "Jungen Wilden" los im Mythos einer dritten Halbzeit gegen Australien. Genau das haben die Serben gewollt. Lasst die Deutschen anrennen...wir kontern sie aus. Der Schiedsrichter war die Unbekannte, die allerdings sofort in ihrer Wirkung auf das Spiel umgesetzt werden muss. Auch das haben wir verpennt. Der Druck durch ein schnelles Tor den Serben den Schneid abzukaufen ging voll in die Hose.Das Angriffsspiel uferte in kopflose Hyperaktivität mit den entsprechenden gelben und roten Folgen aus Das Sturmspiel mutierte zum Sturmzwang, wo dann auch ein Elfmeter in der Hektik vergeigt wird...und Poldi ist leider nicht klug genug erkannt zu haben, dass er einem cooleren Kollegen den Strafstoß überlässt.Er wollte mit aller Macht das Tor und schoss den schlechtesten Elfmeter seiner Karriere. "****i, wann übernimmst du das Kommando und bringt Ruhe in den Haufen?!"
4. Bernhard R Lubberger schrieb am 20.06.2010 um 20:38:32:
Bastian ****steiger,
5. Pac.xe.cx schrieb am 20.06.2010 um 20:45:00:
Deutschland, Deutschland mit den Cup in der Hand
6. Rammelnigge schrieb am 20.06.2010 um 21:26:30:
Na ja bei dem Können der deutschen Jungs wird es wohl nicht mehr viel werden...... aber Glück ist ja bekanntlich ein Rindvieh und läuft auch manchmal denen zu die nicht gerade vor Können glänzen. Schauen wir halt mal ob es einen vorzeitigen Rückflug gibt für UNSERE Superelf!
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