Sonntag, 20. Juni 2010 / 18:15 Uhr
Nelspruit - «Mamma Mia!» Titelverteidiger Italien droht nach einem blamablen 1:1 (1:1) gegen den Fußballzwerg Neuseeland das Aus bei der WM in Südafrika.
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Die «Azzurri» erspielten sich gegen tapfer kämpfende «Kiwis» in Nelspruit zwar unzählige Torchancen, waren aber meilenweit von einer weltmeisterlichen Leistung entfernt. Vor 38 229 Zuschauern hatte Shane Smeltz die «All Whites» aus Abseitsposition schon nach sieben Minuten in Führung gebracht, Vincenzo Iaquinta (29.) gelang per Foulelfmeter nur der Ausgleich. Um ganz sicher weiterzukommen, muss Italien damit nach zwei Unentschieden das letzte Gruppenspiel gegen die Slowakei gewinnen.
«Wenn wir weiterkommen wollen, müssen wir mehr zeigen», zürnte Weltmeister-Coach Marcello Lippi. Im Beisein von FIFA-Chef Joseph Blatter war der bei der WM 2006 noch schier unüberwindbare Fabio Cannavaro Schwachpunkt einer sonst stabilen Abwehr. Als einziger Lichtblick der ideenlosen Offensive präsentierte sich Riccardo Montolivo. Auch der Sohn einer deutschen Mutter blieb allerdings ohne Glück und konnte nicht für den ersten italienischen Sieg im Jahr 2010 sorgen. «Ich denke nicht, dass es ein Stürmerproblem ist. Es ist ein Mannschaftsproblem. Wir müssen mehr zum Abschluss kommen», klagte er.
Neuseeland feierte den zweiten WM-Punkt seiner Geschichte überschwänglich. «Das war ein unglaubliches Spiel. Wir haben eine wunderbare Mannschaft. Wir sind das am härtesten arbeitende Team, das ich je gesehen habe. Wir müssen uns erholen und es gegen Paraguay noch einmal versuchen», meinte Kapitän Ryan Nelsen erfreut.
Gegen den Weltranglisten-78. könnten fehlende Spieler keine Ausrede sein, hatte Lippi vor der Partie gemahnt. Keeper Federico Marchetti, der den viermaligen Welttorhüter Gianluigi Buffon nach dessen Bandscheibenvorfall ersetzte, musste aber bereits den ersten Schuss der Neuseeländer aus dem Netz fischen. Ein katastrophaler Einstand für den Newcomer, an dem er aber schuldlos war. Ausgerechnet Routinier Cannavaro stoppte einen Freistoß von Simon Elliott so unglücklich mit dem Oberschenkel, dass Smeltz den Ball ohne Mühe an Marchetti vorbei spitzeln konnte. Der Stürmer von Gold Coast United stand jedoch im Abseits, da Winston Reid per Kopf verlängert hatte.
Proteste der Italiener gegen Schiedsrichter Carlos Batres blieben aus. Die Azzurri antworten stattdessen mit wütendem Angriffsspiel auf den Rückschlag. Ohne Mittelfeldregisseur Andrea Pirlo, der nach einer Wadenzerrung am Montag wieder trainieren soll, trieb Montolivo die Attacken an. Der Florentiner zwang den guten neuseeländischen Torwart Mark Paston per Freistoß zu einer ersten Parade (9.).
Die «All Whites» ließen sich weit zurück drängen, standen zu siebt am Strafraum und droschen die Bälle meist lang aus der eigenen Hälfte, um ihr Glück im Kopfballspiel zu suchen. Italienische Chancen im Minutentakt waren die Folge: Giorgio Chiellini zielte aus guter Position ins Seitenaus (17.), ein Schuss von Gianluca Zambrotta (22.) segelte nur knapp am Kreuzeck vorbei und der überragende Montolivo traf mit einem fulminanten Distanzschuss den Innenpfosten (27.).
Die Überlegenheit zahlte sich aus. Tommy Smith konnte Daniele De Rossi im eigenen Fünfmeterraum nur per Trikotzupfer bremsen. Trotz einer mäßigen Saison mit sieben Toren behielt Iaquinta beim fälligen Elfmeter die Nerven und verwandelte sicher. Doch mit dem Ausgleich schaltete Italien wieder einen Gang zurück und drängte erst kurz vor der Pause auf den zweiten Treffer. Den verdeckten Schuss von De Rossi (45.) parierte Paston nur mit Mühe.
Auch in der zweiten Halbzeit stand der Keeper des krassen Außenseiters im Mittelpunkt. Zunächst rettete Paston gegen den eingewechselten Antonio Di Natale (49.). Danach verflachte die Partie wegen der italienischen Einfallslosigkeit zunehmend. Für Neuseeland verpasste Chris Wood (83.) sogar noch die Riesen-Sensation.
dpa
1 Kommentar | Kommentare verstecken
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Heribert Faßbender: Sie sollten das Spiel nicht zu früh abschalten. Es kann noch schlimmer werden.
1. pxwntfg schrieb am 27.06.2010 um 14:56:41:
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