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Ex-Chef Mayer-Vorfelder in DFB-Spitze eingebunden

Berlin - Durch die Hintertür ist der ehemalige DFB-Chef Gerhard Mayer-Vorfelder zurück in der Führungsriege des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) - doch neue Macht wird es für «MV» nicht mehr geben.

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Auf einem Gipfeltreffen des deutschen Fußballs in Berlin wurde für den 73 Jahre alten neuen Vizepräsidenten der UEFA die Tür zum DFB-Präsidium wieder geöffnet. Sitz und Stimme aber bleiben Mayer-Vorfelder verwehrt. «Die Vertreter der internationalen Gremien sind zu den Präsidiums-Sitzungen herzlich eingeladen», erklärte DFB-Präsident Theo Zwanziger in Richtung «MV» und Franz Beckenbauer, der von Mai an der Exekutive des Weltverbandes FIFA angehört.

Funktionär

Gerhard Mayer-Vorfelder setzt sich wieder mit seinem Nachfolger an einen Tisch.

«Wir werden uns auf jeden Fall ein Mal im Monat treffen», berichtete Zwanziger von den neuen Vereinbarungen mit seinem ehemaligen Doppelspitzen-Kollegen. Damit sollen die Kommunikationsprobleme behoben werden, die nach der Wahl von «MV» zum Vizepräsidenten der Europäischen Fußball-Union (UEFA) drohten. Seit Wochen hatte es Funkstille zwischen der DFB-Zentrale und Mayer-Vorfelder gegeben. «Es war ein gutes und befriedigendes Gespräch, es ist einiges ausgeräumt worden. Ich werde die Einladung annehmen», sagte Mayer-Vorfelder, der als Vertrauter des neuen UEFA-Präsidenten Michel Platini zwar als deutscher Vertreter in der UEFA sitzt, sich gegenüber dem DFB aber nicht weisungsgebunden fühlt.

«Wir haben alle Möglichkeiten vernünftig besprochen», berichtete Zwanziger von der großen Runde, an der auch Franz Beckenbauer und der kommissarische DFL-Präsident Wolfgang Holzhäuser teilnahmen. Liga-Vertreter Holzhäuser mahnte mehr Informationen aus den internationalen Verbänden an. Beckenbauer hatte sich dafür eingesetzt, dass Mayer-Vorfelder an wichtigen Sitzungen des Verbandes wieder teilnehmen müsse und möglicherweise in das Präsidium kooptiert werden solle.

«Wir haben dazu kein Möglichkeitsrecht», sagte Zwanziger. Die Präsidiums-Mitglieder mit Sitz und Stimme werden vom DFB-Bundestag gewählt, und eine Satzungsänderung stand für den DFB-Chef nie zur Diskussion. Monatlich soll es nun einen Jour Fixe mit Mayer- Vorfelder geben, dazu regelmäßige Gespräche. «Sie können das als Kooptieren betrachten», sagte Zwanziger, der im Berliner Hotel am Spreebogen auch optisch den Schulterschluss mit «MV» demonstrierte. «Wir haben schon schwierigere Situationen als diese erlebt», sagte Zwanziger und nahm den im Verband schon länger ungeliebten Mayer-Vorfelder kurz in den Arm.

Das neue Zwangsbündnis musste her, nachdem nicht der vom DFB unterstützte Schwede Lennart Johansson, sondern Platini zum obersten europäischen Fußball-Funktionär aufgestiegen war. Mayer-Vorfelder, dem nach seinem Abgang als DFB-Boss auch die Insignien wie Auto, persönlicher Referent und Sekretärin nicht mehr zur Verfügung standen, hatte gegen die DFB-Linie zu Platini gestanden. Als «Vize» des Franzosen hat «MV» nun Einfluss auf viele Entscheidungen, die auch die Interessen des deutschen Fußballs direkt berühren. «Wir werden vernünftig miteinander umgehen», betonte Zwanziger. Trotz aller Konflikte hat man das ja schon über zwei Jahre als «Doppelspitze» geprobt.

dpa

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