Freitag, 2. März 2007 / 22:36 Uhr
Gelsenkirchen - Ausgerechnet Ex-Coach Huub Stevens hat den Meisterschafts-Ambitionen des FC Schalke 04 mit dem Hamburger SV einen weiteren gehörigen Dämpfer versetzt.
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Der Bundesliga-Spitzenreiter aus Gelsenkirchen kassierte beim 0:2 (0:0) gegen den nun von Stevens trainierten HSV die zweite bittere Heimpleite binnen fünf Tagen und läuft Gefahr, dass ihm Verfolger VfB Stuttgart bis auf einen Zähler auf die Pelle rückt. Dagegen feierte der erstarkte HSV vor 61 482 Zuschauern in der ausverkauften Veltins- Arena dank der Treffer von Kapitän Rafael van der Vaart (71. Minute) und Winter-Einkauf Ivica Olic (80.) seinen vierten Sieg in Serie und kämpft sich mehr und mehr aus der Abstiegszone heraus.
Schalks Lewan Kobiaschwili (l) bedrängt HSV-Spielmacher Rafael van der Vaart.
«Bei uns ist der Spaß zurückgekehrt und auch das Vertrauen in die eigene Stärke», sagte Stevens nach dem Coup zufrieden. Er warnte nach dem «etwas glücklichen Sieg» aber zugleich auch vor zu viel Euphorie: «Jetzt sind es noch zehn Endspiele für uns.» Während der Niederländer über den erneuten «Dreier» natürlich sehr froh war, ärgerte sich sein Kollege Mirko Slomka über den erneuten Rückschlag: «Wir haben uns in der Spitze nicht durchsetzen können und kein Tor erzwungen. Nun haben wir einen deutlichen Hänger, den wir schnellstens loswerden müssen.»
Den Schalkern merkte man sehr das Fehlen ihres für fünf Partien gesperrten Spielmachers Lincoln an. Lewan Kobiaschwili, der nach abgelaufener Sperre für den Brasilianer in die Startelf kam, konnte ihn als Denker und Lenker nicht ersetzen. So kamen gegen die defensiv eingestellten Hanseaten, bei denen Piotr Trochowski und Guy Demel für Juan Pablo Sorin (verletzt) und Mehdi Mahdavikia (Bank) aufliefen, die ersten Einschuss-Chancen nach Standardsituationen zu Stande. Erst lenkte nach Kobiaschwilis Freistoß Dario Rodriguez das Leder knapp am Tor vorbei (3.), dann traf Hamit Altintop (9.) per 20-Meter-Freistoß den Pfosten. Keeper Frank Rost, wie Stevens und Verteidiger Mathias Abel ein Ex-Schalker und von den königsblauen Anhängern freundlich begrüßt, war am Schuss des Türken noch mit den Fingerspitzen dran.
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Stevens' «Safety first»-Konzept behagte seinem Ex-Club gar nicht. Die Hausherren waren zwar durchaus bemüht, ihnen fehlte jedoch trotz weiterer Möglichkeiten für Rafinha (25.) und Fabian Ernst (31.) die klare Linie gegen die kompakt verteidigenden Norddeutschen, bei denen dafür das Angriffsspiel lange zu kurz kam. Rost-Nachfolger Manuel Neuer im Schalker Gehäuse musste vor der Pause nur eine brenzlige Situation überstehen, als der von dem bis dahin unauffälligen van der Vaart gut angespielte Alexander Laas (43.) knapp vorbeischoss.
Nach dem Wechsel verflachte das Niveau. Den Schalkern flatterten zunehmend die Nerven, sie produzierten zu wenig Ideen und strukturierte Angriffe, der HSV konterte, ohne bis dahin allerdings Gefahr zu versprühen. Schalkes Nationalspieler Kevin Kuranyi (52.) hätte sich dann an seinem 25. Geburtstag fast selbst das schönste Geschenk bereitet, doch sein Kopfball bereitete dem aufmerksamen Rost ebenso keine Probleme wie Ernsts Distanzschuss (63.).
Nachdem Schalke-Coach Mirko Slomka mit der Hereinnahme von Sören Larsen die Offensive verstärkt hatte, versetzte im Gegenzug van der Vaart mit seinem sechsten Saisontreffer den Knappen einen Schock. Nationalspieler Ernst sah bei dieser Aktion schlecht aus. Olic' machte dann nach einem Konter die Schalker Enttäuschung vollkommen.
dpa
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Gerhard Delling: Die haben den Blick für die Orte, wo man sich die Seele hängen und baumeln lassen kann.
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