Donnerstag, 29. Juli 2010 / 20:36 Uhr
Hamburg - Urs Siegenthaler hat dem Hamburger SV einen Korb gegeben. Der Chefscout des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sagte sein Engagement als Sportdirektor beim Bundesligisten vier Tage vor dem geplanten Amtsantritt ab.
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Er zog damit die Konsequenzen aus der zunehmenden Kritik an der Doppelbeschäftigung. «Mit großem Bedauern und schweren Herzens habe ich heute dem Vorstand und dem Aufsichtsrat des HSV meine Absage der Zusammenarbeit übermittelt. Dies ist mir sehr schwer gefallen», teilte Siegenthaler mit.
Nach Angaben von HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann hatte der DFB den 62 Jahre alten Schweizer vor die Wahl «DFB oder HSV» gestellt. «Wir nehmen das mit Bedauern, aber mit Respekt zur Kenntnis», kommentierte Hoffmann die Entscheidung von Siegenthaler. Ein Ersatz für Siegenthaler, der in Zusammenarbeit mit Sportvorstand Bastian Reinhard Konzepte für den Nachwuchsbereich und das Scouting entwickeln sollte, werde vorerst nicht verpflichtet, sagte Hoffmann der Nachrichtenagentur dpa.
Der HSV-Chef kritisierte die Haltung des DFB, der den Schweizer unter Druck gesetzt hatte. «Ich habe kein Verständnis dafür, dass Urs Siegenthaler nun zu einer Entscheidung gezwungen wurde. Die Absicht, eine Funktion beim HSV zu übernehmen, ist seit Februar bekannt und mit den verantwortlichen Leuten beim DFB abgestimmt. Dass eine Doppelfunktion nun vier Tage vor Arbeitsbeginn ein unlösbares Problem darstellen soll, ist nicht nachvollziehbar», sagte Hoffmann auf der Homepage des Vereins.
Noch am Vormittag hatte der DFB-Chefscout um Bedenkzeit gebeten. Auf der DFB-Präsidiumssitzung am 30. Juli sollte die fragwürdige Doppelrolle diskutiert werden. Doch der Druck wurde letztlich zu groß. «Aufgrund von mir nicht beeinflussbaren Umständen stand ich jetzt aber vor der Alternative einer Tätigkeit für den HSV oder den DFB. Aufgrund meiner von Anfang an auch gegenüber dem HSV betonten Loyalität zum DFB, zum Bundestrainer Joachim Löw und zum Team der Nationalmannschaft - wir sehen und sahen uns dort immer als Einheit - habe ich jetzt diese Entscheidung getroffen», erläuterte Siegenthaler seinen Schritt.
Bei der Verpflichtung des Fußball-Analytikers im Februar waren zunächst keine Bedenken gegen die Paralleltätigkeit laut geworden. Die ersten Vorbehalte kamen von Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger. «Da entsteht sehr leicht ein unguter Beigeschmack. Nach meiner Ansicht ist man als Sportchef bei einem Club wie dem HSV auch mehr als ausgelastet. Wie übrigens auch als Chefscout beim DFB», hatte Nerlinger Ende Februar betont.
dpa
3 Kommentare | Kommentare verstecken
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1. jaja schrieb am 29.07.2010 um 22:00:22:
der fängt ja gut an, der nerlinger - ein echter hoeneß zögling und schon den draht bis ganz nach oben, na super. bestimmen die bayern eben auch wer in hamburg arbeiten darf und wer nicht.
2. immer das gleiche schrieb am 29.07.2010 um 22:23:11:
richtig, hatten die herrschaften bei bayern etwa angst es könnte zukünftig ein hsv block in der nationalelf entstehen? so ein schwachsinn, dann sollen sie sich zukünftig aber nicht aufregen wenn weiter ihr halber kader zu länderspielen berufen wird. ein lächerliches gehabe dieser möchtegerns.
3. jo mei schrieb am 01.08.2010 um 17:18:25:
Typisch Einmischen und Wichtigtun, passt ja zu Nehrlinger oder doch ein abgekartertes Spiel? Ulli greift nicht in die DFB Spitze ein und dafür geht Urs nicht an die Elbe. Man haben die Schiss davor bein HSV könnte sich etwas entwickeln. Nur schade das sich der DFB so leicht lenken läßt : (
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