Dienstag, 6. März 2007 / 09:27 Uhr
Albufeira/Portugal - Testen gegen die Besten. Unter diesem Motto startet die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft beim Algarve-Cup in Portugal, wo fast die komplette Weltelite am Ball ist.
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Das Turnier ist eine wichtige Etappe auf dem Weg zur Weltmeisterschaft in China im September. «Der Algarve-Cup hat für uns einen hohen Stellenwert. Wir wollen langsam in WM-Form kommen», sagte DFB-Cheftrainerin Silvia Neid vor dem Auftaktspiel gegen Norwegen am 7. März in Faro.
Silvia Neid (r) will die Nationalspielerinnen in WM-Form bringen.
In den weiteren Partien der Gruppe A trifft der Welt- und Europameister am 9. März ebenfalls im Algarve-Stadion von Faro auf Frankreich und am 12. März in Vila Real de San Antonio auf Dänemark. In der Gruppe B spielen Olympiasieger USA, Schweden, China und Finnland. Die beiden Gruppen-Ersten bestreiten das Finale am 14. März. «Ganz klar, wir wollen das Turnier wieder gewinnen», sagte Neid. Im Vorjahr holte die DFB-Elf erstmals den Titel beim «Mundialito» (kleine Weltmeisterschaft) durch einen Finalsieg im Elfmeterschießen gegen die USA.
Sollte die erfolgreiche Titelverteidigung im Urlaubsparadies nicht gelingen, wäre das für Neid «nicht so schlimm». Die 42 Jahre alte Fußball-Lehrerin will in erster Linie sehen, «wie die Spielerinnen in der Winterpause gearbeitet haben und in welcher Verfassung sie sich nach zwei Bundesligaspieltagen präsentieren». Der Kampf um die WM- Tickets geht in die heiße Phase. Nach dem Algarve-Cup will das Trainerteam ein Zwischenfazit ziehen und entscheiden, wer für die direkte WM-Vorbereitung in Frage kommt. «Jede hat hier die Chance, sich für den WM-Kader zu empfehlen», betonte Neid, die bereits beim Turnier in China im Januar mit der Sichtung begann. Dort spielte die stark verjüngte DFB-Elf gegen China, England und die USA jeweils 0:0.
Nun sind einige erfahrene Kräfte wie Rekordnationalspielerin Birgit Prinz, Steffi Jones oder Renate Lingor (alle 1. FFC Frankfurt) wieder an Bord. Von den Etablierten fehlen nur Potsdams Torhüterin Nadine Angerer (berufliche Verpflichtungen), Abwehr-As Sandra Minnert (Knie-OP) und die formschwache Conny Pohlers.
Ohne Länderspielerfahrung ist nur Ursula Holl. Die 24-Jährige ist beim 1. FFC Frankfurt die Nummer 2 hinter Silke Rottenberg, die sich nach ihrem Kreuzbandriss in der Reha befindet. Holl dürfte gegen Norwegen ihr Debüt feiern, ihre Wolfsburger Konkurrentin Stephanie Ullrich kam nach Rottenbergs Ausfall in China zu zwei Einsätzen und machte ihre Sache gut.
Überhaupt war Neid bei den drei Nullnummern im Reich der Mitte mit der Abwehr zufrieden. «Schließlich haben wir in drei Partien kein Tor kassiert.» Jetzt geht es darum, das Spiel nach vorn zu beschleunigen, die Passgenauigkeit zu erhöhen und die Chancen besser zu nutzen. «Ich erwarte eine klare Steigerung im spielerischen Bereich», betonte Neid. Dass man gleich gegen die zweikampf- und kopfballstarken Norwegerinnen ran muss, ist ihr wegen der kurzen Vorbereitung gar nicht recht. Erst am Montagabend traf das Team in Albufeira ein, absolvierte am Dienstag zwei Trainingseinheiten. Beim letzten bislang Duell mit Norwegen vor einem Jahr ebenfalls beim Algarve-Cup gelang der DFB-Elf ein glücklicher 1:0-Sieg.
dpa
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