Freitag, 9. März 2007 / 13:31 Uhr
Lens - Bayer 04 Leverkusen will in Bayern-München-Manier ins Viertelfinale des UEFA-Cups stürmen. «Das 1:2 lässt alle Möglichkeiten offen. Dies haben wir doch bei den Bayern gesehen», sagte Mittelfeldspieler Simon Rolfes.
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Bayer hofft im Rückspiel gegen den RC Lens auf ein ähnliches Fußball-Kabinettstück wie das der Münchner gegen Real Madrid. «Mit dem Ergebnis können wir leben, es ist eine ordentliche Ausgangsposition», meinte auch Sportdirektor Rudi Völler nach dem ambivalenten Gastspiel beim französischen Tabellenzweiten: «Bis zum 1:1 haben wir es richtig gut gemacht.»
Schiedsrichter Howard Webb (l) zeigt Leverkusens Torschützen Haggui gelb-rot.
Zur unglücklichen Figur wurde dann jedoch Innenverteidiger Karim Haggui. Der 30-malige tunesische Nationalspieler machte nach dem 0:1 durch Olivier Monterrubio (17. Minute) zwar per Kopf den Ausgleich (51.), verursachte aber den Foulelfmeter, den Daniel Cousin (70.) zum 2:1-Siegtreffer für die Franzosen nutzte.
«Karim ist ein Spieler, der von seiner Aggressivität lebt, sein Verhalten im Strafraum ist sehr riskant», tadelte Leverkusens Chefcoach Michael Skibbe den «Wiederholungstäter», dem er nun per Videoanalyse seine Fehler («Damit sie vom Kopf in die Beine kommen») bewusst machen will. Schon im Bundesligaspiel Ende Januar bei Alemannia Aachen hatte der 23-Jährige mit seinem Ungestüm einen Elfmeter verschuldet. «Er muss lernen, weniger zu grätschen», stellte Völler schlicht fest.
Zum Buhmann wollte Skibbe ihn aber nicht abstempeln: «Er ist ein junger Spieler, und wir müssen damit leben. Ich sehe es deshalb positiv und bin froh, dass er sein erstes Tor für uns erzielt hat.» Allerdings wünscht sich der Trainer von dem 1,90 Meter langen und 83 Kilogramm schweren, athletischen Profi künftig mehr Besonnenheit. «Ich hoffe, dass in den kommenden Monaten etwas von der Gelassenheit und Erfahrung Juans abfärbt», sagte Skibbe. Hagguis brasilianischer Abwehrkollege wird mit großer Wahrscheinlichkeit den Verein Ende der Saison in Richtung AS Rom verlassen.
Trotz der Niederlage glaubt Skibbe weiter an den ersten Einzug in ein UEFA-Cup-Viertelfinale seit 1994/95. «Dass es alles andere als ein Kinderspiel wird, wissen wir», sagte er. «Die Chancen stehen 50:50. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass wir das Ding drehen und eine spielerisch bessere Leistung bringen werden.»
Dass die Leverkusener nur in der Anfangsphase an die glänzende Darbietung vom Bundesligaspiel gegen den VfB Stuttgart (3:1) anknüpfen konnten, wird auch Skibbe und seinem Faible für Sergej Barbarez angekreidet. Statt die erfolgreiche Stuttgart-Formation aufzubieten, durfte der zuletzt Gelb-gesperrte 35-jährige Ex- Hamburger wieder mitwirken. «Sergej bewegt in der Mannschaft sehr viel, weil er das Spiel lenkt und auch in hitzigen Situationen leiten kann», verteidigte Skibbe sein Festhalten an dem erneut formschwachen Bosnier und benotete dessen Leistung trotzig mit «sehr gut».
Die Kritik, dass er Barbarez zu sehr die Stange hält, will Skibbe nicht gelten lassen. «Ich sehe ihn häufig gut, aber sicher nicht zu gut», meinte der 41-Jährige, der ihm wohl auch in der Bundesliga- Partie am Sonntag (17.00 Uhr) bei dessen Ex-Club Hamburger SV wieder mitwirken lassen wird. «Für mich ist er kein Problemspieler, sondern er ist ein Führungsspieler. Er ist wichtig für die Mannschaft, auch von der Type her», ließ Skibbe keinen Zweifel an seiner Einstellung aufkommen.
dpa
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