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Sorgen um WM-Form der DFB-Frauen nach Cup-Pleite

Faro/Portugal - Sechs Monate vor der Fußball-Weltmeisterschaft in China ist die deutsche Frauen-Nationalmannschaft völlig aus dem Tritt geraten. Nach der schlechtesten Länderspielserie seit 22 Jahren wachsen die Sorgen von Silvia Neid, die dennoch vor Panikmache warnt.

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«Im Moment ist absolut der Wurm drin. Aber von einer Krise möchte ich nicht sprechen. Das geht mit zu weit», sagte die 42 Jahre alte DFB-Cheftrainerin nach der erneut schwachen Leistung ihrer Elf beim 0:1 (0:1) gegen Frankreich in Faro. Sie sei froh, dass die Situation jetzt eintrete, weil eine Kurskorrektur noch möglich sei. «Es ist ja 'nur' der Algarve-Cup. Mit der direkten WM-Vorbereitung starten wir erst im Juni», beruhigt sie.

Algarve-Cup

Petra Wimbersky (r) behakt sich mit der Französin Sandrine Dusag.

Nach den Pleiten gegen Norwegen (1:2) und die nicht für die WM qualifizierte «Equipe Tricolore» steht Titelverteidiger Deutschland bereits vor dem abschließenden Vorrundenspiel in Vila Real de San Antonio gegen Tabellenführer Dänemark (6 Punkte) als Letzter der Gruppe A fest. Während die Däninnen das Finale gegen die USA oder Schweden erreicht haben, muss der einst von der Konkurrenz gefürchtete Welt- und Europameister in der Platzierungsrunde um die Ränge sieben oder neun kicken. Als Gegner kommen die zweitklassigen Nationen aus der C-Gruppe - Italien, Irland, Island, Portugal - in Frage.

Obwohl es bei dem WM-Testlauf nur noch um Schadensbegrenzung geht, will Neid ihre Elf gegen Dänemark vorbreiten, «als hätten wir schon sechs Punkte im Rucksack». Für die bedenklichen Auftritte hat die Trainerin ebenso wenig eine plausible Erklärung wie Kerstin Stegemann. «Alle haben sich bemüht, aber es gelingt nicht viel. Wir müssen nun sehen, dass wir uns schnell wieder fangen und aus der kleinen Krise herauskommen», sagte die Abwehrspielerin, die nach ihrem 156. Einsatz im DFB-Dress den Befreiungsschlag ankündigte: «Ich bin jetzt schon heiß auf die nächsten beiden Spiele.»

Bislang enttäuschte das erfolgsverwöhnte Team auf der ganzen Linie. Trotz der Rückkehr zahlreicher Leistungsträgerinnen wie Birgit Prinz, Steffi Jones oder Renate Lingor geht nichts zusammen. Technische Mängel, Unsicherheiten in der Abwehr, kaum Ideen im Mittelfeld, keine Durchschlagskraft im Angriff. Die Elf wirkt weder fit noch eingespielt, obwohl gegen Frankreich gleich sieben Spielerinnen von Branchenführer 1. FFC Frankfurt in der Startelf standen. Selbst FFC-Manager Siegfried Dietrich, der die Partie daheim am Fernseher verfolgte, war geschockt. «Das wird keine leichte Zeit bis zur WM. Da liegen noch ganze Alpenlandschaften dazwischen», sagte Dietrich. Dennoch bleibt er im Hinblick auf die WM Optimist: «Ich hoffe, dass sie jetzt schnell wach werden. Silvia Neid ist eine gute Trainerin. Ich traue ihr zu, dass sie das wieder hinbekommt.»

Inklusive der drei Nullnummern beim Turnier in China im Januar ist die DFB-Elf nun schon seit fünf Spielen ohne Sieg, erzielte dabei nur ein Tor durch einen Freistoß (Lingor). «Wir hatten schon mal so eine Phase vor vielen Jahren», beruhigte Stegemann. Die 29-Jährige dürfte sich daran aber kaum erinnern. Denn das war in einer Zeit, als sie selbst und der deutsche Frauenfußball noch in den Kinderschuhen steckte. Erst zwei Mal - von September 1983 bis Mai 1984 und von November 1984 bis Oktober 1985 - blieb ein DFB-Team fünf Spiele in Serie erfolglos. 1985 verlor man gar vier Partien hintereinander. Drei Niederlagen stehen zuletzt 2000 zu Buche, als die Elf beim Jubiläumsturnier «100 Jahre DFB» gegen China, Norwegen und die USA verlor. Wenig später gewann man bei Olympia in Sydney dann Bronze.

dpa

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