Dienstag, 13. März 2007 / 13:24 Uhr
Albufeira/Portugal - Torjägerin Anja Mittag strahlte über das ganze Gesicht, und auch beim Rest der deutschen Frauenfußball- Nationalmannschaft war die große Erleichterung nach dem lang ersehnten Befreiungsschlag im WM-Jahr zu spüren.
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«Der Sieg war schon sehr wichtig. Noch schöner wäre er allerdings gewesen, wenn sie mit der ersten Mannschaft gespielt hätten», sagte Spielführerin Birgit Prinz nach dem verdienten 3:0 (2:0) gegen die Däninnen, die trotz der ersten Niederlage beim Algarve-Cup im Finale in Vila Real de San Antonio auf die USA treffen.
Ein Kopfball von Anja Mittag führte zu einem dänischen Eigentor.
Mit dem Hinweis auf fehlende Stammkräfte beim Gegner im letzten Gruppenspiel wollte Prinz den stark verbesserten Auftritt der eigenen Elf keineswegs schmälern. Auch der dreimaligen Weltfußballerin fiel eine Last von den Schultern nach dem Ende der bedenklichen Serie von fünf Spielen ohne Sieg und nur einem Treffer. «Gott sei Dank haben wieder ein paar Tore geschossen und teilweise auch gut Fußball gespielt», meinte sie. «Wir haben ja eine spielintelligente Mannschaft. Und man sieht, wie einfach es geht, wenn man miteinander spielt. Heute war es ein Miteinander.»
Die frühe Führung (16.) durch Mittags kurioses Tor mit dem Hinterkopf wirkte wie eine Erlösung. «Danach lief der Ball viel besser. Wir haben aus einer kompakten Defensive zu unserem Spiel gefunden und mehr Durchschlagskraft entwickelt», sagte Cheftrainerin Silvia Neid, die ihre frustrierten Schützlinge nach den Pleiten gegen Norwegen (1:2) und Frankreich (0:1) erst einmal moralisch aufbauen musste. «Wir hatten ein kleines Tief. Das war auch eine Kopfsache. Wir haben viel gesprochen und analysiert», sagte Neid. Nach der positiven Reaktion der Elf blickt sie wieder zuversichtlicher Richtung EM-Qualifikation und WM in China: «Die Mannschaft hat den Kopf nicht in den Sand gesteckt, sich das Selbstvertrauen hart erarbeitet. Das war ein guter Anfang für die Zukunft.»
Mit einem Sieg im Spiel um Platz 7 in Olhao gegen Italien will der Welt- und Europameister weiteres Selbstvertrauen tanken und den eigentlich verpatzten WM-Testlauf an der Algarve versöhnlich abschließen. «Ich bin sicher, dass wir Italien schlagen. Auch wenn das nicht einfach wird, weil sie sehr kompakt stehen», sagte Neid, die gegen die «Squadra Azzura» auf Bianca Rech verzichten muss. Die Münchnerin reiste bereits in die Heimat, um dort ihre Oberschenkelzerrung behandeln zu lassen.
Ein Sonderlob hatte Neid für die fleißige Freiburgerin Melanie Behringer, die ihre gute Leistung auf der linken Seite mit dem 3:0 (48.) krönte, und für Mittag parat. «Die Tore werden beiden gut tun.» Vor allem die Stürmerin von Turbine Potsdam war bestens gelaunt. «Wir wollten auf keinen Fall zum dritten Mal verlieren. Gar nicht auszudenken, was dann passiert wäre. Dass mir zwei Tore gelingen, macht mich stolz, denn ich war ja selbst ein bisschen in der Krise», sagte Anja Mittag.
Der 21-Jährigen ist zweifellos auch das 2:0 zuzuschreiben, auch wenn die dänische Torfrau Tine Cederkvist dem Ball nach Mittags Kopfball an die Lattenunterkante (44.) den letzten Kick über die Linie gab. Mittag war es egal: «Beim ersten Tor wollte ich den Ball eigentlich zu Birgit Prinz verlängern. Dafür dass ich eine totale Kopfball-Lusche bin, war es doch ganz gut.»
dpa
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