Mittwoch, 14. März 2007 / 19:27 Uhr
Alhao/Portugal - «Es war ein grandioser Abschluss eines grandiosen Turniers. Alles ist optimal gelaufen», sagte die deutsche Spielführerin Birgit Prinz voller Ironie nach der blamablen 0:1-Niederlage gegen Italien im Spiel um Platz sieben in Olhao.
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Auch die Bilanz von Silvia Neid klang deprimierend. «Wir sind noch lange nicht da, wo wir zu diesem Zeitpunkt sein müssten. Positiv ist, dass unsere Schwächen hier aufgezeigt wurden. Jetzt wissen alle genau, woran sie bis zur WM noch arbeiten müssen», meinte die Cheftrainerin der deutschen Frauen-Nationalmannschaft. Der letzte Akt passte genau ins Bild - und das Fazit der verpatzten Aufführung beim Algarve-Cup fiel entsprechend ernüchternd aus.
Auch bei Birgit Prinz lief es in Portugal nicht gut.
Auch die dritte Pleite im vierten Spiel der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zeigte die großen Defizite des Titelverteidigers sechs Monate vor Beginn der Weltmeisterschaft in China auf. «Wir haben alle gemeinsam beschlossen, dass wir den Algarve-Cup abhaken und nach vorn schauen. Ich sehe nicht alles schwarz, auch wenn jetzt alle sehr enttäuscht sind», sagte Neid nach der ersten Niederlage gegen Italien seit dem EM-Halbfinale im Juni 1993.
Offen traten die Probleme schon beim holprigen Start mit den Auftaktpleiten gegen Vize-Europameister Norwegen (0:1) und Frankreich (1:2) zu Tage. Einzig beim 3:0 gegen die Däninnen, die am Abend gegen Rekordsieger USA im Finale 0:2 (0:1) unterlagen, bot der erfolgsverwöhnte Welt- und Europameister eine akzeptable Vorstellung.
Erstmals spürt die Nachfolgerin von Tina Theune-Meyer in ihrer knapp zweijährigen Amtszeit «Gegenwind», weil es nicht wie erwartet lief, und die in Portugal zahlreichen Medienvertreter «dies nach Deutschland transportierten». Trotz des Drucks bemühe sie sich aber um Gelassenheit, betonte Neid. «Man braucht einen starken Charakter, um den Weg konsequent weiter zu gehen.»
Die 42-Jährige nutzte das wegen der Top-Besetzung «Mundialito» (kleine WM) genannte Turnier als Experimentierfeld und testete viele Akteurinnen auf unterschiedlichen Positionen. Dass der Rückstand zu den besten Nationen aber so groß sein würde, überraschte sie. Vor allem der unbefriedigende Fitnesszustand einiger Spielerinnen stimmt sie nachdenklich. «Alle hatten seit Weihnachten ihre Trainingspläne», verwies Neid auf den Leistungstest an der Sporthochschule in Köln.
Doch offenbar wurden in der spiel- und trainingsfreien Zeit die Hausaufgaben von vielen Spielerinnen ignoriert. «Einige haben vielleicht zu viel getan und sind hier durch das Training in ein Loch gefallen. Andere haben eindeutig zu wenig gemacht. Einige waren länger verletzt und haben hier erkannt, dass sie noch eine Schippe drauflegen müssen», meinte Neid. Sie habe kaum Klarheit darüber, mit welchen 24 Spielerinnen sie von Ende Juni an in die unmittelbare WM- Vorbereitung gehen wolle. Bis zum Saisonhöhepunkt in China stehen noch sechs Länderspiele und sieben Lehrgänge auf dem Programm. Die nächste Hürde wartet schon: In der EM-Qualifikation trifft die DFB-Elf am 12. April in Bochum auf die Niederlande. «Bis dahin sollte es besser werden», sagte Neid.
Gegen die «Squadra Azzurra» musste die DFB-Elf gleich mehrere Spielerinnen ersetzen. Bianca Rech und Navina Omilade reisten wegen Oberschenkelzerrungen vorzeitig ab. Zudem fielen Sandra Smisek (Muskelverhärtung) und Linda Bresonik (Muskelfaserriss) aus, die angeschlagenen Ariane Hingst und Britta Carlson wurden geschont. So blieb auch gegen die zweitklassigen Südeuropäerinnen fast alles Stückwerk. Das 0:1 durch Silvia Fuselli (81.) war das i-Tüpfelchen in negativer Hinsicht. «Dieses Turnier war schon vorher versaut. Heute haben wir es richtig versaut. Aber der Algarve-Cup war eine Motivationshilfe. Wer jetzt nicht motiviert ist, der gehört nicht in den WM-Kader», analysierte Prinz schonungslos.
dpa
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Die Finalniederlage der EM ist langsam verdaut...also kucken wir mal auf die neue Saison
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