Mittwoch, 1. Dezember 2004 / 12:44 Uhr
Aachen - Im Kampf David gegen Goliath will Alemannia Aachen Fußball-Geschichte schreiben. Der Zweitligist kann gegen den früheren UdSSR-Meister Zenit St. Petersburg vorzeitig den Einzug in die Runde der besten 32 schaffen und im UEFA-Cup überwintern.
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«Das wäre ein wahnsinniger Imagegewinn, und das wäre so, als ob Weihnachten bis Ostern verlängert würde», sagte Clubpräsident Horst Heinrichs. Die Lage ist klar: Gewinnt Aachen im Kölner RheinEnergieStadion gegen den Vierten der russischen Meisterschaft und gelingt AEK Athen beim FC Sevilla kein Sieg, hat der DFB-Pokalfinalist vorzeitig Platz 3 sicher.
Die Aachener Fans wollen auch nach dem nächsten UEFA-Cup-Spiel feiern.
«Wir haben die einmalige Chance, weiterzukommen», sagte Aachens Sportdirektor Jörg Schmadtke. Doch sollte es im ersten Anlauf nicht klappen, gibt es am 15. Dezember in Athen ein «Endspiel». So weit will es Aachens Trainer Dieter Hecking nicht kommen lassen: «Wir werden unser Ziel, das Erreichen der dritten Runde, mit aller Entschlossenheit angehen.» Vor dem 4. Spieltag der Gruppe H liegt Aachen nach dem 1:0 gegen OSC Lille und dem 0:2 in Sevilla mit drei Punkten auf Platz 4. Erster ist Lille (3 Spiele/6 Punkte), Zweiter St. Petersburg (3/4), Dritter Sevilla (2/4), Athen ist nach zwei Spielen noch punktlos.
Aachens Torjäger Kai Michalke sieht den einzigen unterklassigen Verein der Zwischenrunde gegen die Mannschaft des tschechischen Trainers Vlastimil Petrzela als «klaren Außenseiter. Aber wir werden uns nicht verstecken, das lässt unser Charakter gar nicht zu». Mit dieser Einstellung gelang Aachen zum Auftakt der Gruppenphase der Überraschungssieg gegen Lille. Zudem hat die Alemannia die beiden zurückliegenden Zweitligapartien (2:1 in Cottbus, 5:1 gegen 1860 München) gewonnen und sich vor allem gegen Erstliga-Absteiger München «das nötige Selbstbewusstsein geholt». Hecking weiß, dass die Mannschaft voller Selbstvertrauen steckt.
Personell gibt es kaum Probleme. Nur Mittelfeldmann Reiner Plaßhenrich (Adduktorenprobleme) ist angeschlagen. Für ihn würde Zweitliga-Rekordmann Willi Landgraf in das Team rücken. Moses Sichones Oberschenkelverhärtung ist abgeklungen, der ehemalige Kölner kann gegen den russischen Pokalsieger von 1999 mitwirken.
St. Petersburg verpasste in der bereits beendeten russischen Meisterschaft einen erneuten UEFA-Cup-Platz. Im aktuellen Wettbewerb glänzten die Russen gegen Athen mit 5:1, verloren aber in Lille 1:2 und spielten gegen Sevilla 1:1. Gefährlichster Angreifer ist Alexander Kerschakow, der gegen Athen in den zweiten 45 Minuten einen Hattrick erzielte. Spielmacher Wladislaw Radimow wird trotz einer gegen Sevilla erlittenen Verletzung in der Startformation erwartet.
Gegen deutsche Clubs ist Zenit im UEFA-Pokal bislang erfolglos: In der ersten Runde 1981/1982 schieden die Russen gegen Dynamo Dresden mit 1:2 und 1:4 aus, in der zweiten Runde 1989/1990 gegen den VfB Stuttgart mit 0:1 und 0:5.
Die voraussichtlichen Aufstellungen:
Alemannia Aachen: Straub - Brinkmann, Klitzpera, Sichone, Blank - Plaßhenrich (Landgraf), Rolfes - Fiel - Pinto, Meijer, Michalke
Zenit St. Petersburg: Malafejew - Skrtel (Katulski), Flachbart, Mares - Radimow - Bistrow, Sumolikoski, Gorschkow, Spiwak - Arschawin, Kerschakow
Schiedsrichter: Corpodean (Rumänien)
dpa
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Die Finalniederlage der EM ist langsam verdaut...also kucken wir mal auf die neue Saison
Olaf Thon: In erster Linie stehe ich voll hinter dem Trainer, in zweiter Linie hat er recht.
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