Mittwoch, 1. September 2010 / 20:58 Uhr
Berlin - Werder Bremens Abwehrspieler Sebastian Boenisch hat sich zu seinen Motiven geäußert, bei der Europameisterschaft 2012 für die Auswahl von Mitgastgeberland Polen spielen zu wollen. Entscheidend sei für Boenisch die Hartnäckigkeit des polnischen Nationaltrainers gewesen.
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Bereits kurz nach seiner Berufung war Franciszek Smuda Ende 2009 bei dem U21-Europameister in Bremen und versuchte ihn zu überzeugen. Smuda fehlen im Kader fähige Außenverteidiger. «Es kam vor, dass Smuda mich fünf- bis sechsmal pro Woche anrief. Für mich ist das Bewusstsein wichtig, dass der Trainer auf mich setzen will», sagte Boenisch in einem im polnischen Internetportal «sport.pl» veröffentlichten Interview.
Sebastian Boenisch (l) beim Training mit der polnischen Nationalmannschaft in Grodzisk Wielkopolski bei Posen.
Da der 23-Jährige nicht für die deutsche Auswahl in Erwägung gezogen wurde, und es auch keine Signale gab, dass sich dies ändern würde, hat sich der 1987 in Gliwice (Polen) geborene Boenisch entschieden, für sein Geburtsland zu spielen und dessen Bilanz aufzubessern. Schwierigkeiten mit der Eingewöhnung fürchtet der im Alter von drei Jahren mit seinen Eltern ausgewanderte Fußballer nicht, obwohl er seine Sprachkenntnisse verbessern muss: «Seit ich in Deutschland bin, benutze ich kein Polnisch. Die Hymne werde ich fürs Erste nicht singen. Aber zur Euro 2012 sicher.»
Boenisch sieht Perspektiven für sein neues Team bei der EM: «Polen ist eine junge Mannschaft, physisch gar nicht schlecht vorbereitet. Jelen spielt in der Ligue 1, einige Kollegen in der Bundesliga. Zusammen können wir eine interessante Gruppe bilden.» Bei der Eröffnung des Warschauer WM-Stadions im September 2011 gegen Deutschland könnte der Nationalspieler erstmals auf ehemalige Kollegen als Gegner treffen. Für die deutsche U 21 bestritt Boenisch 13 Spiele.
dpa
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