Dienstag, 7. September 2010 / 17:09 Uhr
Gelsenkirchen - Der geplante Boykott von Fans des Bundesligisten Borussia Dortmund im Revierderby am 19. September beim FC Schalke 04 sorgt weiter für Diskussionsstoff. Der Vorsitzende des Schalker Fan-Club-Verbandes, Rolf Rojek, kritisierte, dass man sich das Derby herausgepickt habe.
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«Der Zeitpunkt des Boykotts ist unglücklich gewählt. Schalke gegen Dortmund - da denkt doch jeder, dass die Rivalität der beiden Vereine im Vordergrund steht. Aber eigentlich geht es ja um etwas Grundsätzliches», sagte Rojek dem Internetportal des TV-Senders «Eurosport».
Rojek reagierte auf den Aufruf mehrerer BVB-Fan-Organisationen, dem Revierderby am 4. Bundesliga-Spieltag aus Protest gegen die zu hohen Eintrittspreise fernzubleiben. «In unseren Kreisen wird die Aktion der Dortmunder kritisch beobachtet. Ist diese nachhaltig, oder rührt deren Mobilisierungskraft allein von der Rivalität?», meinte Rojek, der für das Anliegen der Fußball-Fans grundsätzlich aber Verständnis aufbringt. «Wenn die Preise von Vereinsseite weiter erhöht werden, verdienen zwar die Vereine mehr, was aber auf Kosten der Stimmung geht. Das muss den Verantwortlichen klar sein», sagte Rojek, der erst kürzlich als offizieller Fanbeauftragter des FC Schalke 04 vom Verein abgesetzt worden war.
Die Schalker erheben für die Partie gegen den BVB wie bei drei weiteren Saisonspielen einen Topzuschlag. So kostet eine Stehplatz- Karte inklusive Vorverkaufsgebühr nun 22 Euro, fast acht Euro mehr als im Vorjahr. Die Initiatoren des Boykotts betonen, dass es «nicht nur um das Spiel gegen Schalke» gehe. «Wir verfolgen einen bundesweiten Ansatz. Wir hoffen, dass wir andere Fan-Szenen zu ähnlichen Aktionen mobilisieren können. Wir wollen ein Zeichen an die Liga setzen. Man muss mal deutlich sagen: Stopp, liebe Liga, hier muss etwas passieren», sagte Marc Quambusch, einer der Initiatoren.
Die Fußball-Fans wehren sich gegen einen generellen Trend und befürchten Zustände wie in England, wo sich vor allem junge Anhänger kaum noch den Besuch im Stadion leisten können. Darunter leide die Stimmung. «Fußball lebt von seinen Fans, und das dürfen nicht nur die sein, für die es kein Problem ist, horrende Preise zu bezahlen», sagte Quambusch. «Letztlich ist das auch im Interesse des Vereins.»
Rojek kritisierte Äußerungen von BVB-Trainer Jürgen Klopp, der Verständnis für die Fans geäußert hatte. «Ich finde es gut, dass unsere Leute nicht hingehen, um Klaas-Jan-Huntelaar zu finanzieren», hatte Klopp gesagt. Die Aussagen von Klopp seinen «nicht förderlich», meinte Rojek.
dpa
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