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Gerichtshof stellt Weichen für Liverpool-Verkauf

London - Der Londoner Gerichtshof hat in der Übernahmeschlacht um den FC Liverpool die Weichen für einen Verkauf des englischen Traditionsclubs gestellt. Der «High Court of Justice» gab den Anträgen des Vereinsvorstands und der Gläubigerbank Royal Bank of Scotland (RBS) statt.

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Dadurch wird eine Einstweilige Verfügung eines Gerichts im US-Bundesstaat Texas nichtig, mit der die bisherigen Besitzer Tom Hicks und George Gillett den Verkauf des Vereins zu verhindern versucht hatten. Das amerikanische Unternehmen New England Sports Ventures (NESV) will die «Reds» für umgerechnet 340 Millionen Euro erwerben.

Protest

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Fans des FC Liverpool protestieren in London. Sie fürchten um die Zukunft ihres Vereins.

«Dieser Fall hat nichts mit Texas zu tun», erklärte Richter Christopher Floyd nach dreistündiger Verhandlung in London, zu der das Rechtsanwaltsteam von Hicks und Gillett nicht erschienen war. Wenngleich die Entscheidung des Gerichts in Dallas, wo die bisherigen Eigentümer offenbar ihren Wohnsitz haben, erst am 15. Oktober fallen soll, dürfte der Deal mit den Amerikanern von NESV nun schnell abgeschlossen werden - schon um eine drohende Insolvenz des 18-maligen englischen Meisters zu verhindern.

Hicks und Gillett hatten parallel zu ihrer Verfügung eine Entschädigungsklage gegen Liverpools Vorstandsmitglieder, die RBS und den designierten Käufer NESV in Höhe von 1,6 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro) angekündigt. Die Übernahme durch NESV sei ein «gewaltiger Schwindel».

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Der Londoner Richter Floyd drohte den beiden Amerikanern damit, sie wegen Missachtung des Gerichts zu belangen, sollten sie ihre Verfügung nicht bis Freitagnachmittag zurückgezogen haben. Zunächst müssen die Liverpool-Fans wieder nach Texas blicken: Dort verkündete Richter Jim Jordan, dass am Freitagmorgen (Ortszeit) eine Anhörung der NESV-Anwälte stattfinden werde, die dort die Aufhebung der Einstweiligen Verfügung beantragt hatten. «Wir haben es fast geschafft», sagte Liverpool-Präsident Martin Broughton.

Am Donnerstagnachmittag hatte derweil der Singapurer Geschäftsmann Peter Lim erklärt, sein leicht höheres Kaufangebot zurückzuziehen. Der Liverpool-Vorstand habe ihn ignoriert, klagte Lim in einer Stellungnahme am Nachmittag.

Am 13. Oktober hatte der High Court bereits den Versuch von Hicks und Gillett, mit dem Austausch von Vorstandsmitgliedern die Übernahme zu verhindern, für nicht rechtens erklärt. Hicks und Gillett hatten den Traditionsclub 2007 für rund 200 Millionen Euro erworben, ihn jedoch seitdem tief in die roten Zahlen geführt.

Mit dem schnellen Verkauf an NESV wollen die Clubchefs die drohende Insolvenz abwenden. Bis zum 15. Oktober muss der Verein ein Millionen-Darlehen an die RBS zurückzahlen. Ist der Deal mit dem Unternehmen NESV, das auch das Baseballteam Boston Red Sox besitzt, nicht bis dahin besiegelt, könnte der FC Liverpool unter Zwangsverwaltung geraten. In diesem Fall droht ein Abzug von neun Punkten für den angeschlagenen Erstligisten.

dpa

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