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Joker-Tor rettet Werder - Klose im Pech

Bremen - Ein herrlicher Hackentrick von Joker Markus Rosenberg hat Werder Bremen die Titelchance gerettet, doch eine abgepfiffene Konterchance von Miroslav Klose sorgte für mehr Wirbel.

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«Man weiß nicht, ob man lachen oder weinen soll», kommentierte der gefeierte Torschütze die spektakuläre Szene. Sein seit inzwischen 1122 Minuten torloser Kollege stürmte in der Schlussminute allein und ungestört aufs Nürnberger Tor, wurde dabei aber von Schiedsrichter Michael Weiner durch den Schlusspfiff gebremst.

Werder Bremen - 1. FC Nürnberg

Bremens Torschütze Rosenberg (l) jubelt mit Hunt und Klose (r) über das 1:0.

«Das tut mir Leid für Klose», sagte der mitfühlende Rosenberg, der bereits beim 1:1 gegen Bayern München ein wichtiges Tor geschossen hatte. Dank der Treffsicherheit des Schweden gelang nun ein 1:0 (0:0)-Heimsieg gegen den 1. FC Nürnberg, mit dem der Zweite der Fußball-Bundesliga nur zwei Punkte hinter Schalke 04 bleibt. Werder musste den Erfolg aber teuer bezahlen. Abwehrchef Per Mertesacker zog sich einen Meniskuseinriss im rechten Knie zu. Er muss bereits an diesem Dienstag operiert werden und fällt voraussichtlich drei bis vier Wochen aus. «Das wiegt schwer», sagte Manager Klaus Allofs.

Pechvogel Klose konnte den Zeitpunkt des Schlusspfiffes nicht fassen. Er schaute den Referee fassungslos an, verkniff sich aber einen Kommentar. Die passenden Worte fand Allofs. «Es hätte jeder daran beteiligt sein können, aber nein, es war ausgerechnet Miro», sagte der Manager. «Ich habe auf die Uhr geschaut, damit war die Partie für mich beendet», erklärte Schiedsrichter Weiner: «Ich kann verstehen, dass alle noch ein Tor wollten, aber ich habe es gar nicht mehr gesehen.» Trainer Thomas Schaaf sagte milde lächelnd: «Das war eine sehr unglückliche Situation.»

Immerhin zeigte der glücklose Nationalstürmer, der seit knapp zwei Monaten in einer Krise steckt, eine Leistungssteigerung. Klose kämpfte vorbildlich, lief viel und gewann Zweikämpfe. «Das war heute sehr viel besser», lobte Allofs, der zuletzt auch deutliche Kritik geübt hatte. Vor allem die Hinhalte-Taktik von Klose und des von Juventus Turin umworbenen Torsten Frings missfällt der Werder- Führung. Sie verlangt eine schnelle Entscheidung. «Ich glaube, dass wir nicht bis zum Ende der Saison warten, egal ob das Torsten und Miro betrifft», sagte Allofs. Beide Spieler besitzen auch Angebote zur Verlängerung der noch laufenden Verträge in Bremen.

Statt Kritik am Unparteiischen gab es Lob für Rosenberg. «Er ist sehr schnell, er kann gut kombinieren und ist ein guter Kopfballspieler», sagte Allofs, der um Nachsicht und Geduld für den schwedischen Stürmer bat, der erst im Winter von Ajax Amsterdam gekommen war und bei einigen Fans schon als Fehleinkauf galt: «Die Eingewöhnung ist nicht nach einigen Wochen schon vorbei.»

Der kurz zuvor eingewechselte Stürmer staubte mit einem tollen Hackentrick in der 75. Minute elegant ab, nachdem Hugo Almeida nur den Pfosten getroffen hatte, und erlöste damit die ununterbrochen anstürmenden Bremer. Gegen die defensivstarken Nürnberger hatte sich Werder bis dahin schwer getan. «Die Nürnberger stehen unheimlich kompakt», lobte Schaaf und kündigte für den Bundesliga-Endspurt an: «Es ist ein offenes Rennen bis zum Schluss.» Frings sagte mit Blick auf Spitzenreiter Schalke: «Wir werden warten, bis sie einen Fehler machen. Wir wollen Meister werden und den UEFA-Cup holen, für beides lohnt es sich zu quälen.»

Bescheidener sind die Ziele der Nürnberger, die die Pleite von Bayer Leverkusen im Kampf um einen UEFA-Cup-Platz nicht nutzten. «Mich drückt viel mehr, dass wir so viele Ausfälle haben», sagte Trainer Hans Meyer zu den Verletzungen von Robert Vittek und Vratislav Gresko. Mit der Qualität von Bremen könne sich sein Team nicht messen, deshalb sei er froh, «dass wir zu Hause und auch hier nicht schwächer waren, auch wenn wir keinen Punkt geholt haben. Das ist für mich etwas Positives.»

dpa

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