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Starke Stuttgarter stapeln nach Sieg beim HSV tief

Hamburg - «Bärenstark», «sensationell», «Super-Truppe» - der VfB Stuttgart wird mit Superlativen überschüttet, doch das Wort Meisterschaft ist im Schwabenland weiterhin tabu.

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«Ich bin ja nicht dämlich und schau' auch mal auf die Tabelle», räumte Schwaben-Coach Armin Veh nach dem 4:2-(3:0) beim Hamburger SV mit einem genüsslichen Lächeln ein. Doch der Blick richtet sich - wenn man es denn glauben soll - vor allem auf den FC Bayern, den man mit Blick auf den dritten Champions-League-Platz auf Abstand halten will. «Wir müssen unsere Chancen jetzt nutzen, nächstes Jahr sind wieder andere mit dabei, so wie auch der HSV.» Um Energie zu tanken, gab Veh den Profis Urlaub übers Osterfest - das erste freie Wochenende nach zehn Monaten.

Schwaben-Jubel

Die Mannschaft des VfB Stuttgart jubelt nach dem 3:0 durch gegen den HSV.

Die bohrenden Fragen nach den Aussichten auf den ersten Titel seit 1992 werden allerdings mit Gala-Auftritten wie beim HSV nicht weniger. Nach der unbekümmerten Vorstellung der jungen Überraschungsmannschaft mit mitreißendem Tempofußball, wie ihn Werder Bremen in der Hinrunde geboten hatte, war sogar der Gegner voll des Lobes. «Das ist die große Stärke der Stuttgarter, die schalten schnell um von Abwehr auf Angriff und erlauben sich keine Ballverluste. Sie haben bärenstark gespielt», sagte HSV-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer, der sein Team gedanklich nicht zu hundert Prozent auf dem Platz wähnte.

Begeistert zeigte sich auch VfB-Teammanager Horst Heldt: «Wir haben sensationell gespielt, der Trainer hat ein neues System probiert, das ist voll aufgegangen.» Mit drei Spitzen wurde gestürmt, die vier Kopfball-Tore machten Cacau (10.), Sami Khedira (13.), Roberto Hilbert (27.) und Fernando Meira (51.). Ein Sonderlob erhielt die Hamburger Leihgabe Benjamin Lauth, der erstmals von Beginn an dabei war. «Er hat ein ordentliches Spiel gemacht, was er jetzt im Training bestätigen muss.» Allerdings fehle noch die optimale Anbindung an die Kollegen. Der ehemalige Nationalstürmer wurde mit Pfiffen empfangen und nach 75 Minuten, in denen er nicht sonderlich auf sich aufmerksam machte, ausgetauscht.

«Es tut mir Leid für den HSV, ich hätte heute gern eine andere Mannschaft geschlagen», sagte Lauth, der sich in den nächsten Wochen steigern muss, wenn er nicht wieder an die Elbe zurückkehren will. «Er hat es selbst in der Hand», meinte Veh. Einziges Ärgernis war die unnötige Rote Karte für Nationalspieler Thomas Hitzlsperger. Beim HSV wurde Änis Ben-Hatira (34.) vom Platz gestellt. Die Treffer von David Jarolim (66.) und Ivica Olic (75.) interessierten Veh nicht mehr. «Wir müssen das nächste Spiel gegen auswärtsstarke Hannoveraner gewinnen, dann bleiben wir oben dran.»

Will der HSV den Anschluss ans Mittelfeld nicht verlieren, muss er in Mönchengladbach und danach zu Hause gegen Mainz punkten. Huub Stevens strich für die Verlierer die Feiertage, auch wenn er selbst zu seiner kranken Frau fuhr. «Tagelang hören und lesen die Spieler nur vom möglichen Platz sieben und UI-Cup, das ist unbewusst im Kopf», kritisierte Stevens. Mit einer Ansprache an die wieder im Abstiegskampf steckenden Hamburger und Instruktionen an Co- Trainer Markus Schupp verabschiedete er sich vorerst wieder. «Leider kann ich nicht hier sein, ich komme so schnell wie möglich wieder», versprach der Niederländer.

dpa

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