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Hertha-Frieden brüchig - Kein Bekenntnis zu Götz

Berlin - Kleinlaut und ohne klare Rückendeckung: Falko Götz wirkt bei Hertha BSC immer mehr wie ein Trainer auf Abruf. Götz leitete nach dem kümmerlichen 1:1 (0:1) gegen Arminia Bielefeld zwar das Training und lehnte einen Rücktritt ab.

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Doch der Osterfrieden beim Fußball-Bundesligisten schien nach dem achten sieglosen Punktspiel äußerst brüchig. Die Frage, ob der Coach auch am kommenden Spieltag in Bochum auf der Bank sitzen wird, wollte Hertha-Manager Dieter Hoeneß nicht beantworten und verwies auf die letztjährige Serie von 13 Partien ohne Erfolg. Auch damals habe er nicht nach jedem Spiel «scheibchenweise» Kommentare abgegeben.

Ohne Rückendeckung

Falko Götz steht als Trainer von Hertha BSC Berlin unter Druck.

Am Ostermontag hatten die Profis frei und die Vereinsführung die Chance, bis zur nächsten Übungseinheit zu entscheiden. Der Vertrag von Götz läuft noch ein Jahr, eine vorzeitige Trennung würde den klammen Club angeblich eine Million Euro kosten. Hoeneß bestritt angesichts der schwächsten Rückrundenbilanz nicht, dass bereits über Alternativen nachgedacht wurde, legte sich bei weiterhin fünf Punkten Vorsprung auf die Abstiegsplätze aber eine Schweigepflicht auf: «In dem Moment, wo man anfängt, auf solche Fragen im Detail einzugehen, macht man schon einen Fehler.»

Ein Gerücht besagt, dass nicht zum ersten Mal der jetzige Amateurtrainer und frühere Chefcoach Karsten Heine als Interimstrainer einspringen könnte. Ex-Torjäger Michael Preetz, nun Leiter der Lizenzspielerabteilung, solle Heine, der selbst mit dem Regionalliga-Team gegen den Abstieg kämpft, zur Seite stehen. «Das sind Spekulationen», sagte Preetz dazu und erklärte, ihm sei nichts von möglichen Besprechungen der Vereinsspitze bekannt.

Der schmeichelhafte Ausgleich durch Patrick Ebert (71.) nach der Bielefelder Führung von Radim Kucera (19.) hatte trotz der erbärmlichen Partie noch das Schlimmste für Götz vermieden, der froh über den Punktgewinn war. Mehr als Durchhalteparolen hatte der 45-Jährige aber nicht zu bieten: «Das letzte Jahr hat gezeigt, dass der Knoten einfach platzen muss und wird.» Viele Hertha-Fans unter den gut 40 000 Zuschauern forderten den Abschied von Hoeneß und Götz. «Das ist eine Phase, wo man damit rechnen muss, dass solche Rufe kommen», sagte der Trainer.

Verteidiger Sofian Chahed bescheinigte Götz, er gebe sich Mühe, meinte aber auch: «Dass es sehr schwer für den Trainer ist, merkt man schon.» Torhüter Christian Fiedler stellte fest: «Man hat gesehen, dass alle ziemlich verkrampft sind. Wir sind nicht erst seit heute im Abstiegskampf.» Andere erfahrene Spieler schwiegen, Götz äußerte sich ebenfalls nicht zum gegenseitigen Verhältnis.

Helfen konnte nach einer tagelangen Posse auch der überraschend in der Startelf aufgebotene Marko Pantelic nicht, der nach heftiger Kritik von Hoeneß erst erkrankt und dann verletzt war. Götz wollte dem Torjäger die Chance geben, auf die Schelte mit einer besseren Leistung zu antworten, büßte aber womöglich den letzten Rest an Autorität ein. Hoeneß hatte noch am Freitag mit Pantelic gesprochen.

An Torgefahr fehlte es im Olympiastadion auch Bielefeld, das im Rennen um den Klassenverbleib den zweiten Sieg in Folge verschenkte, zumal Hertha nach dem Ausgleich sofort Josip Simunic verlor. Der Kroate sah zum zweiten Mal binnen fünf Wochen Gelb-Rot. Ex-Herthaner Thorben Marx ärgerte sich daher: «Das sind ganz klar zwei Punkte zu wenig.» Die Arminia bleibt somit auf einem Abstiegsplatz. Trainer Ernst Middendorp meinte: «Ich kann nicht sagen, dass ich vor Enttäuschung platze, aber es wäre ein bisschen mehr drin gewesen.»

dpa

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