Montag, 9. April 2007 / 10:36 Uhr
Frankfurt/Main - Die tragische «Szene des Spiels» war für alle Beteiligten noch dramatischer als die 1:3 (0:0)-Heimniederlage von Eintracht Frankfurt gegen Energie Cottbus.
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Seine Mitspieler schlugen sich entsetzt die Hände vors Gesicht, seine Kontrahenten jubelten nicht einmal über den eigenen Torerfolg. Als Christoph Preuß in der 76. Minute vor Schmerzen schreiend mit einer 15 Zentimeter langen klaffenden Oberschenkel-Wunde am Boden lag und Erinnerungen an Ewald Lienens schlimme Verletzung vor 26 Jahren wach wurden, begann für Eintracht Frankfurt der Albtraum im Abstiegsduell der Fußball-Bundesliga gegen den FC Energie Cottbus. Am Ende hieß es 3:1 für das «Bollwerk Orange» aus der Lausitz. Und Preuß hatte bei seinem Zusammenstoß mit dem eigenen Torwart Oka Nikolov auch noch die 2:1-Führung der Gäste erzielt und somit die Wende zu Ungunsten der Eintracht eingeleitet.
Nicht nur defensiv stark: Die Cottbuser bejubeln das 1:0 durch Sergiu Radu (M).
Doch schlimmer als die erste Niederlage nach fünf Spielen und das Abrutschen auf den 15. Rang (31 Punkte) - nur noch einen Zähler von einem Abstiegsrang entfernt - traf die Eintracht die Schwere der Verletzung von Mittelfeldmann Preuß. «Christophs Ausfall tut mehr weh als die Niederlage. Wenn man sah, wie das Blut lief, war das schon ein Schock», meinte Christoph Spycher in den Katakomben der Commerzbank-Arena, während sein Teamkollege in einer Frankfurter Unfallklinik notoperiert wurde.
In dieser Saison wird die von Verletzungssorgen geplagte Eintracht möglicherweise nicht mehr mit Preuß, der eigentlich als Tor-des- Monats-Schütze für seinen spektakulären Fallrückzieher-Treffer beim 1:0-Sieg drei Wochen zuvor über Bayern München ausgezeichnet werden sollte, rechnen können. Und bereits am nächsten Spieltag kommt es beim Tabellen-16. Arminia Bielefeld zum nächsten Abstiegsendspiel.
«Wir müssen uns klar verbessern, um gegen die Mitbewerber bestehen zu können», forderte Heribert Bruchhagen, nachdem er die weiteren Gegentreffer durch Sergiu Radu (58.) und Vlad Munteanu (90+2) hatte mitansehen müssen. Dabei klang das, was der Vorstandsvorsitzende der Eintracht aufzählte, wie das Einmaleins des Fußballs. Aggressiver, mit mehr Behauptungswillen und mit mehr Raffinesse müsse Frankfurt spielen. «Wir sind kopflos angerannt», hieß es bei Trainer Friedhelm Funkel, der lediglich den zwischenzeitlichen Ausgleich durch den ansonsten enttäuschenden Alexander Meier (64.) vor 45 074 Zuschauern bejubeln durfte.
Von Kritik an möglicherweise mangelndem Teamgeist einiger seiner Akteure wollte Funkel nichts wissen. Der seit mehreren Wochen unzufriedene Angreifer Ioannis Amanatidis, der erst nach rund einer Stunde aufs Feld kam, befand diesbezüglich aber: «Teilweise habe ich das Gefühl.» Und auch Spycher forderte: «Wir müssen als Mannschaft noch enger zusammenrücken. Mit jedem Spiel ohne Dreier wird die Situation für uns unangenehmer.» Gegen Bielefeld wird zumindest Abwehrchef Sotirios Kirgiakos nach überstandener Gelbsperre auf jeden Fall wieder mit dabei sein.
Besser schlafen können vorerst die Cottbuser, die auch im dritten Auswärtsspiel nacheinander drei Punkte mit in die Lausitz entführten und nun als Tabellenachter den punktgleichen Vordermann VfL Wolfsburg empfangen. «35 Punkte sind keine Ruhekissen. Ich warne vor Rückschlüssen aus der Tabellensituation. So, wie es aussieht, reichen nicht mal 40 Punkte», betonte aber Energie-Coach Petrik Sander.
dpa
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Gerhard Delling: Die haben den Blick für die Orte, wo man sich die Seele hängen und baumeln lassen kann.
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