Montag, 9. April 2007 / 12:15 Uhr
Gelsenkirchen - Die wundersame Rückkehr des Gerald Asamoah hat beim FC Schalke 04 wieder die Meisterträume geweckt.
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«Ich wollte immer mithelfen, dass wir unser Ziel erreichen. Dass ich aber schon so früh wieder spielen kann und dann noch ein Tor erziele, da bin ich sehr glücklich», sagte der Nationalspieler nach dem 2:0 (0:0) gegen Schlusslicht Borussia Mönchengladbach. Mit seinem Treffer zum 1:0 hat der zuvor wegen eines Beinbruchs sechs Monate pausierende Asamoah großen Anteil an der Verteidigung der Tabellenführung und der blendenden Aussicht auf den ersten Titel seit 49 Jahren. Auch vor der siegreichen Konkurrenz ist Mirko Slomka trotz des knappen Zwei-Punkte-Vorsprungs nicht bange. «Für die anderen Clubs wird es immer enger uns einzuholen», befand der Schalker Trainer.
Gerald Asamoah (l) im Boden-Zweikampf mit Gladbachs Marcell Jansen.
Mehr als der wichtige Sieg, den Kevin Kuranyi mit seinem zwölften Saisontreffer perfekt machte, gefiel dem Schalker Coach der Auftritt Asamoahs. «Das ist eine wunderbare Geschichte. Er ist wieder da. Ich freue mich sehr für ihn», sagte Slomka. Der Schalker WM-Spieler hat in einer Saison mit Höhen und Tiefen von der vereinseigenen Suspendierung über die lange Verletzungspause bis zur umjubelten Rückkehr einen schweren Weg zurückgelegt. «Ich bin ein positiver Typ. Ich habe in jungen Jahren schon so viel erlebt, zum Beispiel mit meiner Herzgeschichte. Aber ich bin immer wieder gut zurückgekommen», sagte Asamoah. Diesmal sogar noch rechtzeitig zur Meisterfeier? «Das war jedenfalls mein Plan», sagte der Profi nach seinem ersten Saisonspiel in der Startelf.
Der Schalker Sieg gegen eine überforderte Gladbacher Elf kam zur rechten Zeit. Nach der Niederlage beim FC Bayern München stand die Mannschaft mächtig unter Druck. «Wir haben die ganze Woche gefordert, zielstrebig zu sein und sich von nichts beirren zu lassen», erklärte Manager Andreas Müller. Und dann habe die Mannschaft «eine bemerkenswerte Siegermentalität» gezeigt, meinte Müller. Gladbachs Trainer Jos Luhukay beschrieb das so: «Die haben unheimlich viel Druck gemacht und die Tore erzwungen».
In Lincoln und Fabian Ernst, die beide ihre Sperre abgesessen haben, kehren am kommenden Spieltag beim Spiel in Mainz zudem zwei weitere wichtige Akteure zurück. Dass Schalke bei den Rheinhessen noch nie gewinnen konnte, stört Kapitän Marcelo Bordon wenig. «Wir haben jetzt so viel Selbstvertrauen. Wenn wir Meister werden wollen, müssen wir auch dort siegen».
Die Gladbacher hingegen können bei fünf Punkten Rückstand auf Platz 15 den zweiten Sturz in die Zweitklassigkeit wohl kaum noch vermeiden. Am Ende war in der Partie beim Titelaspiranten trotz zweier Pfostentreffer von Moses Lamidi und Nando Rafael ein Klassenunterschied festzustellen. Damit fällt die Bilanz auch unter Heynckes-Nachfolger Luhukay bescheiden aus: In neun Spielen nur zwei Siege, auswärts zuletzt vier Mal kein Tor und keinen Punkt.
Dennoch hat der Gladbacher Trainer sein Team nicht abgeschrieben. «Wir haben noch vier Heimspiele und müssen alles daran setzen, die zu gewinnen», sagte der Niederländer. In dem VfB Stuttgart und Bayern München sind darunter allerdings Gegner von einem ähnlichen Format wie Schalke. Ein Blick in die Statistik verrät immerhin, dass Eintracht Frankfurt vor acht Jahren einen ähnlichen Rückstand noch wettgemacht hat. «Dann müssen wir aber mal anfangen zu punkten», forderte der neue Sportdirektor Christian Ziege.
dpa
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