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Neid setzt WM-Casting fort: «Wichtiger Test»

Düsseldorf - Neun Monate vor der Frauenfußball-Weltmeisterschaft in Deutschland geht das harte Ausleseverfahren beim Titelverteidiger in die nächste Runde.

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Auch das vorletzte Länderspiel des Jahres am Donnerstag in Wolfsburg gegen Australien will Silvia Neid nutzen, um die potenziellen WM-Stammspielerinnen und mögliche Alternativen unter die Lupe zu nehmen. «Das ist ein Spiel, in dem ich noch einmal vieles testen und ausprobieren kann. Wichtig ist, dass es keinen Qualitätsverlust durch die Spielerinnen gibt, die reinkommen», sagte die Bundestrainerin vor dem Duell mit dem Weltranglisten-Elften.

Jury

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Bundestrainerin Silvia Neid wird ihre Spielerinnen genau beobachten.

Australien hat sich durch den Gewinn der Asienmeisterschaft mit dem Finalsieg über die starken Nordkoreanerinnen bereits im Mai für die WM 2011 qualifiziert. «Außerdem sind sie gut eingespielt, haben beim Peace Cup in Südkorea gerade den zweiten Platz belegt», betonte Neid, die gegen die athletischen «Matildas» einen Härtetest erwartet. Erst zweimal traf die DFB-Elf bisher auf Australien: 2000 gelang ein 3:0, 2005 verlor Deutschland 0:1.

Neid hat sich für die drei letzten Partien 2010 bewusst Gegner von drei Kontinenten ausgesucht. Kanada wurde zuletzt in Dresden mit 5:0 besiegt. Und dem Australien-Spiel folgt zum Abschluss des Jahres am 25. November in Leverkusen die Partie gegen Nigeria. «Wir wollen vor der WM viele Mentalitäten und Spielsysteme kennenlernen. Und gegen diese Gegner spielt man nicht so oft», erläuterte Neid.

Bis auf Linda Bresonik (Knieprobleme) und Innenverteidigerin Annike Krahn (Reha nach Kreuzbandriss) kann der Welt- und Europameister aus dem Vollen schöpfen. Gleichwohl stehen in U 20- Weltmeisterin Tabea Kemme (Potsdam/18 Jahre) und Lokalmatadorin Verena Vaißt (20) vom VfL Wolfsburg zwei Neulinge im Kader. Die Abwehrspierinnen können sich wie Josephine Henning (Potsdam/20), die gegen Kanada debütierte, zumindest Hoffnung auf einen Kurzeinsatz machen. Druck auf die Talente übt Neid aber nicht aus: «Wichtig ist, dass sich die Jungen an die Abläufe bei uns gewöhnen. Sie sollen allmählich an das Niveau herangeführt werden.»

Dass die jungen Wilden den etablierten Weltmeisterinnen um Birgit Prinz bis zur WM den Rang ablaufen, ist nicht zu erwarten. Doch der Kreis erstklassiger Spielerinnen, die sich um die wenigen WM-Plätze streiten, ist riesengroß. Es wird Härtefälle geben. Neids Vorliebe für flexibel und vielseitig verwendbare Spielerinnen ist bekannt. Niemand könne sich sicher sein, betonte Simone Laudehr, die sich trotz ihrer Erfolge ebenfalls dem harten WM-Casting stellten muss. «Nicht nur ich, alle müssen sich permanent neu beweisen. Auch im Training. Am Ende werden die Besten spielen», sagte die Duisburgerin.

dpa

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