Freitag, 13. April 2007 / 12:14 Uhr
Bremen - Erst verwandelte Miroslav Klose das Weserstadion in ein jubelndes Tollhaus. Dann verweigerte der Torjäger von Werder Bremen nach dem 4:1-Sieg über den AZ Alkmaar die Feierlichkeiten und zog sich in sein Wohnzimmer zurück.
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Der öffentlichkeitsscheue Angriffsführer des Bundesliga-Zweiten wollte seine beiden Tore nach 1158 Minuten Flaute, mit denen er seinem Club maßgeblich zum 4:1 (2:1)-Sieg über AZ Alkmaar und zum Einzug ins UEFA-Cup-Halbfinale gegen Espanyol Barcelona verhalf, lieber daheim genießen. Klose tat dies 5,69 Millionen Fußball-Zuschauern (Marktanteil 19,3 Prozent) gleich, die seine Tor-Gala mit anschließendem Salto beim Privatsender Sat.1 live am TV verfolgten.
Miroslav Klose freut sich zurückhaltend nach seinem Tor zum 3:1.
In der Vorschlussrunde wartet in Espanyol Barcelona einer der drei noch im Wettbewerb befindlichen spanischen Vertreter auf das in dieser Saison letzte deutsche Europacup-Team. Zunächst muss Werder am 26. April im Olympiastadion der katalanischen Hauptstadt antreten. Das Rückspiel ist am 3. Mai. «Espanyol ist sicher stärker als Celta Vigo. Wer sich gegen Benfica Lissabon durchsetzt, hat eine starke Mannschaft», sagte Werder-Manager Klaus Allofs über den spanischen Pokalsieger, der in der Primera Division derzeit Neunter ist. Vigo war von Werder im Achtelfinale aus dem Wettbewerb geworfen worden.
Gut eine Stunde nach seiner «Wiedergeburt» als Torjäger wagte Klose lediglich einen kurzen Blick auf die wartende Journalistenschar in der Mixed-Zone, dann machte er wortlos kehrt. Das Ungewöhnliche: Niemand nahm dem WM-Torschützenkönig dieses Verhalten übel. Die Protagonisten an seiner Seite natürlich schon gar nicht. «Wir haben uns alle riesig gefreut, weil wir lange darauf gewartet haben», sagte Antreiber Torsten Frings. «Das wird Miro Selbstvertrauen geben. Wir brauchen ihn in guter Form, um unsere Ziele zu erreichen.»
Auch von Allofs fiel nach den beiden ersten internationalen Pflichtspieltreffern Kloses in dieser Saison (36./62. Minute), zu denen noch die Tore von Tim Borowski (16.) und Diego (82.) kamen, eine Zentnerlast ab. «Endlich hat diese Minutenzählerei ein Ende», meinte der 50-Jährige. Von einer neuen Zeitrechnung wollte der frühere Nationalspieler, der 1992 bei Werders einzigem Europacup-Sieg im Pokalsieger-Wettbewerb dabei war, nichts wissen: «Wir teilen nicht ein: in Zeiten vor den Klose-Treffern und die neue Zeit danach.»
Zu dieser Einschätzung kam auch Werders Cheftrainer Thomas Schaaf. Aber im Gegensatz zu Allofs konnte und wollte er auf eine Einordnung des von 35 000 Zuschauern gefeierten Auftritts nicht verzichten. Der 45-Jährige verglich ihn mit der grandiosen Bundesliga-Hinrunde, die Ambitionen auf den fünften Titelgewinn genährt hatte. «Wir haben heute viel davon wiedergefunden. Aber noch nicht alles. Das wird noch etwas Zeit dauern», betonte Schaaf gewohnt zurückhaltend.
Die Zeit wird Schaaf aber nicht haben. «Ob der Bann gebrochen ist, wird sich erst zeigen. Dortmund kämpft ums Überleben und wird alles geben. Aber wir wollen die Meisterschaft gewinnen, und so werden wir auch antreten», kündigte Allofs selbstbewusst an. Aus gutem Grund: Werder hat wieder mehr personelle Alternativen als in den vergangenen Wochen.
In der «Notelf» gegen Alkmaar, die sich nur eine Schwäche beim 1:1-Ausgleich durch Moussa Dembele (36.) leistete, meldeten einige Rückkehrer ihre Ambitionen an. Petri Pasanen vertrat den operierten Abwehrkollegen Per Mertesacker prächtig, Patrick Owomoyela fügte sich auf der ungewohnten linken Verteidigerposition nahtlos ein.
Borowski war nicht nur wegen seines Führungstores nach siebenwöchiger Pause eine Belebung. «Ich habe mich riesig gefreut, dass ich wieder so zurückgekommen bin», gestand der Nationalspieler strahlend. Gegen Alkmaar reichte es bei dem 26-Jährigen schon wieder für 71 Minuten. In Dortmund könnten es auch mehr werden. Schaaf ließ keinen Zweifel daran, dass seine Europacup-Helden auch beim BVB erste Wahl sind. «Alle haben gut gespielt. Warum sollten wir an dieser Aufstellung in den nächsten Spielen etwas ändern?»
dpa
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Die Finalniederlage der EM ist langsam verdaut...also kucken wir mal auf die neue Saison
Jürgen Wegmann: Zuerst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu.
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