Mittwoch, 25. April 2007 / 10:36 Uhr
Madrid - Die Fans von Espanyol Barcelona haben es nicht leicht. Der Halbfinal-Gegner von Werder Bremen im UEFA-Pokal steht ständig im Schatten des großen Lokalrivalen FC Barcelona. Zudem müssen die Anhänger sich zuweilen nachsagen lassen, «keine wirklichen Katalanen» zu sein.
anzeige
Der große Nachbar Barça gilt als das Aushängeschild der Region Katalonien. Dagegen steht Espanyol ein wenig im Ruf, den - bei vielen Katalanen verhassten - spanischen Zentralismus zu repräsentieren. Dies liegt zum einen am Vereinsnamen Espanyol (Spanisch). Zum andern trägt der Club die spanische Königskrone in seinem Wappen, seit ihm im Jahr 1912 vom damaligen Monarchen Alfonso XIII. der Titel eines «Königlichen Sportvereins» verliehen wurde.
Iván de la Peña ist einer der herausragenden Akteure des RCD Espanyol Barcelona.
Der fast 107 Jahre alte Club gehört zu den großen Traditions-Vereinen in Spanien. Espanyol war Gründungsmitglied der 1. Liga in Spanien und erzielte das erste Tor der Liga-Geschichte. In der «Ewigen Tabelle» rangiert er an sechster Stelle. Meister wurden die Katalanen aber noch nie.
Sie gewannen jedoch in den Jahren 1929, 1940, 2000 und 2006 vier Mal den spanischen Pokal. Als amtierender Pokalsieger qualifizierte Espanyol sich auch für den UEFA-Pokal. Der größte Erfolg der Vereins-Geschichte war das Erreichen des UEFA-Cup-Finales 1988. Damals scheiterten die Blau-Weißen nur knapp an Bayer Leverkusen.
In der Primera División rangiert der Werder-Gegner im gesicherten Mittelfeld auf dem 10. Rang. Dies ist ein großer Fortschritt im Vergleich zur vorigen Saison, als der Club bis zum letzten Spieltag um den Klassenverbleib zittern musste. Der neue Trainer Ernesto Valverde formierte das Team zu einer kompakten Einheit; die Elf pflegt einen schnörkellosen und kampfbetonten Stil.
Zu den herausragenden Spielern gehört Regisseur Iván de la Peña, der früher für Barça gekickt hat. Der Glatzkopf gilt als genialer Spielmacher, der mit seinen Pässen schon so manche Abwehr ausgehebelt hat. Unumstrittener Chef auf dem Rasen ist jedoch Kapitän Rául Tamudo. Der Stürmer, der dem Nachwuchs von Espanyol entstammt und seit zehn Jahren für den Verein spielt, ist mit seiner Schnelligkeit und Schlitzohrigkeit einer der gefährlichsten Torjäger in Spanien.
Ein Manko des Clubs besteht darin, dass er seit 1997 «heimatlos» ist. Vor zehn Jahren wurde das vereinseigene Stadion im Stadtteil Sarrià gesprengt, weil das hoch verschuldete Espanyol die Einnahmen aus dem Verkauf des Geländes benötigte. Seither tragen die Blauweißen ihre Heimspiele im Olympiastadion auf dem Berg Montjuïc aus.
Die Arena ist jedoch für Fußball-Spiele eine «Stimmungsruine». Wegen der Laufbahn sind die Zuschauer weit vom Spielfeld entfernt. Zudem ist das Stadion bei Liga-Spielen zumeist nicht einmal zur Hälfte gefüllt. Bis 2009 soll Espanyol ein neues Stadion erhalten.
dpa
0 Kommentare | Kommentare verstecken
Nie mehr die Bundesliga - Spiele verpassen: ab sofort bietet Ihnen fussball.com kostenlos an jedem Spieltag der 1. und 2. Fussball Bundesliga einen Live-Ticker.
"Fussball ist mehr als nur ein Sport. Fussball ist Euphorie, Religion und Droge zugleich." Aktuelles zur Droge Fussball, spitz und ohne redaktionelle Schranken, aus unserem Fussball Blog
Die Finalniederlage der EM ist langsam verdaut...also kucken wir mal auf die neue Saison
Jürgen Wegmann: Zuerst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu.
Kommentar schreiben