Mittwoch, 25. April 2007 / 18:57 Uhr
Bremen - Deutschlands torhungrigste Mannschaft setzt international auf Abwehrstärke. «Es ist so, dass die Defensive gut funktionieren muss, damit unsere Offensive funktioniert», sagte Werder Bremens Trainer Thomas Schaaf vor zum ersten UEFA-Cup-Halbfinale bei Espanyol Barcelona.
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Wenn dem Fußball-Bundesligisten dann noch das 300. Tor in einem internationalen Wettbewerb gelänge, würde Torsten Frings mit seiner forschen Ankündigung Recht behalten: «Wir können jeden Club in Europa schlagen.» Nach zuletzt zwölf Pflichtspielen ohne Niederlage soll Barcelona auf der langen Reise zum Finale in Glasgow die letzte Zwischenstation sein, bei der die Bremer ihrer neuen Abwehrstärke und Stabilität vertrauen können. In den beiden zurückliegenden UEFA-Cup-Runden hatte Werder es bereits vorgemacht, spielte in Vigo und in Alkmaar zu Null. «Auch ein 0:0 wäre ein gutes Ergebnis», sagte Frings.
Bremens Trainer Thomas Schaaf setzt auf eine gut funktionierende Abwehr.
«Es ist prinzipiell so, dass wir ohne Gegentor bleiben wollen. Wenn dann noch ein Tor gelingt, umso besser», erklärte Schaaf. Gegen Espanyol ist die Abwehr besonders gefordert, denn der Gegner ist mit 27 Toren die treffsicherste Mannschaft des Wettbewerbs, und hat mit dem zehn Mal erfolgreichen Walter Pandiani den torgefährlichsten Stürmer im Team. «Wir dürfen Espanyol keine Räume geben», sagte Schaaf.
Dass Werder sich inzwischen aus seiner schweren Krise befreit hat und noch in Meisterschaft und UEFA-Cup im Rennen ist, liegt vor allem an der lange vermissten Defensivstärke und weniger am zuletzt wieder gezeigten Zauber-Fußball à la Diego. Werders Abwehr-Statistik liest sich beeindruckend. Lediglich drei Mal musste Torwart Tim Wiese in den vergangenen elf Spielen den Ball aus dem Netz holen, davon nur einmal in den vier Partien des UEFA-Cup-Achtel- und Viertelfinales.
Dafür grätscht auch ein Ballvirtuose wie der Brasilianer Diego vor dem eigenen Strafraum. «Wir wollen beide Titel», sagte der Brasilianer. «Wir sind heiß auf das Halbfinale und hoch motiviert. Jeder Spieler träumt von solch großen Spielen.» Ein noch größeres Spiel wäre dann das Endspiel am 16. Mai in Glasgow gegen CA Osasuna oder Titelverteidiger FC Sevilla.
Espanyol-Trainer Ernesto Valverde hat großen Respekt vor dem Werder-Sturm. «Die schießen viele Tore, die sind offensiv sehr stark, das bereitet mir ein paar Sorgen», sagte der Coach. Torhüter Gorka Iraizoz erklärte: «Je weiter der Ball von unserem Strafraum weg ist, desto besser. Wir müssen sie vom Strafraum fern halten.» Eindruck hat vor allem der deutsche Fußball-Nationalspieler Miroslav Klose hinterlassen: «Der ist ständig in der Luft.»
Klose selber sagte: «Barcelona hat viele gute Spieler in seinen Reihen, die werden genau wie wir brennen.» Zugleich sagte der Nationalspieler: «Mit unserer guten Mannschaft brauchen wir uns ganz sicher nicht zu verstecken.» Zuletzt hat Werder gute Erfahrungen mit einem spanischen Team gemacht, Celta Vigo 1:0 und 2:0 geschlagen. Allerdings warnt Allofs: «Espanyol ist sicher stärker als Vigo.»
Personell hat sich die Lage für die Bremer etwas entspannt. Nach der Rückkehr von Frank Baumann und Daniel Jensen hat sich in Christian Schulz ein weiterer Mittelfeldspieler zurückgemeldet. Verzichten muss Werder weiter auf Pierre Wome (Zehenbruch) sowie die deutschen Nationalspieler Tim Borowski (Außenbanddehnung am Knie) und Per Mertesacker (Meniskuseinriss).
dpa
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