Mittwoch, 2. Mai 2007 / 14:01 Uhr
Madrid - So ganz wohl ist den Fußballern von Espanyol Barcelona vor dem Halbfinalrückspiel des UEFA-Pokals bei Werder Bremen nicht zumute - und das trotz eines 3:0-Vorsprungs aus dem Hinspiel.
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Der spanische Pokalsieger fürchtet jedoch nicht so sehr die Bremer Stürmer um Miroslav Klose, sondern die Geister der Vergangenheit. Die Partie in Bremen ruft den Katalanen das Fiasko im UEFA-Cup-Finale im Mai 1988 gegen Bayer Leverkusen in Erinnerung.
Espanyol-Trainer Ernesto Valverde wähnt sich noch längst nicht im Finale.
Damals hatte Espanyol - ebenso wie jetzt gegen Werder - zunächst als Außenseiter gegolten, das Hinspiel aber überraschend 3:0 gewonnen. Im Rückspiel vor 19 Jahren gingen die Blauweißen dann mit 0:3 unter und verloren im Elfmeterschießen. Nun fürchten die Katalanen, dass sich die Geschichte wiederholen könnte - zumal sie es erneut mit einem deutschen Gegner zu tun haben.
«Auf Grund unserer Erfahrung in der Vergangenheit müssen wir besonders vorsichtig sein», warnte Trainer Ernesto Valverde. «Wir werden im Rückspiel in Bremen mächtig leiden müssen.» Der Coach weiß, wovon er spricht, denn er hatte das Finale 1988 als Spieler miterlebt. Javier Clemente, der vor 19 Jahren bei Espanyol auf der Bank gesessen hatte und heute Serbiens Nationalelf betreut, beruhigt seinen Kollegen: «Die Geschichte wird sich nicht wiederholen. Der deutsche Fußball ist nicht mehr das, was er früher war. Wir waren damals nach dem ersten Gegentor förmlich zusammengebrochen.»
Der Aberglaube lässt sich aber nicht so leicht ablegen. Mancher Espanyol-Spieler hätte das Hinspiel lieber 2:0 als 3:0 gewonnen, um keine Erinnerungen an das «Desaster von Leverkusen» zu wecken. Einwechselspieler Coro, der im Hinspiel den Treffer zum 3:0 erzielt hatte, berichtete, dass ein Mitspieler ihm gesagt habe, dass er das Tor besser nicht hätte schießen sollen.
Die Sorgen bei Espanyol beruhen jedoch nicht allein auf Aberglauben. Das Team ist zuweilen anfällig in der Abwehr. Dies zeigte sich zuletzt bei der 1:3-Schlappe beim FC Sevilla und zuvor im UEFA-Cup-Viertelfinale, als Benfica Lissabon binnen weniger Minuten zwei Treffer erzielte. Zudem fehlen bei den Katalanen mit den gelb-gesperrten Walter Pandiani und Moisés Hurtado sowie dem verletzten Regisseur Iván de la Peña gleich drei Schlüsselspieler.
dpa
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