Freitag, 17. Dezember 2010 / 15:08 Uhr
Stuttgart - Auch der gelungene Einstand von Bruno Labbadia gegen Odense BK hat dem VfB Stuttgart kaum Mut für den Süd-Schlager gegen Bayern München gemacht. «Da war noch viel Sand im Getriebe», bewertete Manager Fredi Bobic das 5:1 (1:0) im Gruppenfinale der Europa League gegen die überforderten Dänen realistisch. «Das darf gegen die Bayern nicht passieren, da brauchen wir ein perfektes Spiel.» Denn sonst droht in der Fußball-Bundesliga eine Pleite.
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Bruno Labbadia bezeichnete die Bayern am Freitag als «das Aushängeschild der Bundesliga mit dem besten Kader». Dementsprechend seien die Münchner Favorit. «Das heißt aber nicht, dass sie gewinnen müssen», kündigte der 44-Jährige erbitterten Widerstand bei seinem ersten echten Härtetest an.
Labbadia freute sich zwar über den Kantersieg gegen die Dänen, seinen geglückten Start und den klangvollen Zwischenrunden-Gegner Benfica Lissabon. Der Neu-Trainer wies aber auf die unübersehbaren Mängel der schwächelnden Schwaben hin: «Wir wissen, dass wir noch sehr viel Arbeit vor uns haben und mit der Mannschaft intensivst daran feilen müssen. Man kann nicht auf Knopfdruck gleich ein super Spiel machen. Es war klar, dass noch viele Fehler passieren.
Geistige Aussetzer, eklatante Abspielfehler sowie mangelnde Aggressivität und Laufbereitschaft wie zeitweise beim sportlich bedeutungslosen Gruppen-Ausklang gegen Odense darf sich der Liga- Vorletzte gegen den Sechsten nicht erlauben, um im Kampf um den Klassenverbleib nicht den nächsten Niederschlag zu kassieren. «Der Trainer kann in der kurzen Zeit nicht alles verändern», bat Bobic um Geduld und eine faire Einarbeitungschance. «Man kann in der Situation keine spielerische Leichtigkeit erwarten.»
Realistisch beurteilt bleibt der VfB angesichts seiner tiefen Verunsicherung und der spielerischen Schwächen selbst im Fall einer Steigerung im Süd-Knüller krasser Außenseiter. Bobic betonte nicht nur aus taktischen Gründen: «Bayern ist klarer Favorit.» Als aussichtslos stufte der Sportdirektor die Herkulesaufgabe dennoch nicht ein: «Ich wünsche mir, dass die Jungs alles geben und an die Chance glauben, den großen Favoriten zu stürzen.»
Timo Gebhart (20. Minute), Daniel Høgh mit einem Eigentor (48.), Christian Gentner (65.), Pawel Pogrebnjak (70.) und Ciprian Marica (90.+3) steuerten am Donnerstag bei widrigen Verhältnissen die Treffer zum fünften Sieg des souveränen Gruppenersten bei. Peter Utaka gelang das zwischenzeitliche 1:4 (72.).
Gentner dürfte gegen die Münchner wie sein geschonter Mittelfeldkollege Christian Träsch und Stürmer Cacau wieder in der Startelf stehen. Labbadia bangt noch um den wegen eines grippalen Infekts fehlenden Abwehrchef Matthieu Delpierre, der am Freitag nur eine Laufeinheit absolvierte. Die zuletzt ausgefallenen Serdar Tasci und Martin Harnik trainierten «komplett mit» und könnten im Kader stehen.
Labbadia musste seinen Plan, gegen Odense sein Top-Team zu testen, ungewollt «umwerfen». Wohl wegen dieser personellen Probleme und um die von den frustrierten Fans mit Stillschweigen bestraften Profis nicht noch stärker zu verunsichern, verzichtete die Chefetage auf verbales Abwatschen. «Die Mannschaft war sehr bemüht. Es ist gut, dass wir was Positives mitnehmen können», sagte Labbadia.
«Wir retten die Saison nur, wenn wir nicht absteigen», erklärte Bobic vor dem Doppelpack gegen die Bayern. Der Fokus liege klar auf der Bundesliga, betonte er vor dem zweiten Aufeinandertreffen im Achtelfinale des DFB-Pokals. «Wenn man sieht, auf welchem Platz wir stehen, ist das Bundesligaspiel gegen die Bayern am wichtigsten», pflichtete ihm Gebhart bei.
dpa
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