Donnerstag, 10. Februar 2011 / 17:05 Uhr
Toronto - Beim deutschen WM-Auftaktgegner Kanada verschärft sich nach der Rücktrittsankündigung von Nationaltrainerin Carolina Morace der Konflikt zwischen dem nationalen Fußball-Verband (CSA) und den Spielerinnen.
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Angeführt von Spielführerin Christine Sinclair will die Mannschaft sogar die nächsten Länderspiele boykottieren und die Teilnahme an einem Turnier auf Zypern (Cyprus-Cup/ab 28. Februar) verweigern, sollte der Konflikt mit der Trainerin nicht rechtzeitig beigelegt werden. Gleichwohl wollte das Team an diesem Freitag ein Trainingslager nach Rom reisen.
Wie kanadische Medien berichteten, stellt sich das gesamte 25-köpfige Team hinter die italienische Trainerin Morace, die vor einer Woche wegen «unüberbrückbarer Differenzen» mit dem Verband ihren Rücktritt nach der WM in Deutschland angekündigt hatte. Kanada ist am 26. Juni in Berlin Gegner der DFB-Elf im WM-Eröffnungsspiel.
«Wir stehen zu hundert Prozent hinter Carolina und sind an einem Punkt, an dem es so nicht mehr weiter geht», sagte Rekord-Nationalspielerin Sinclair. «Es ist eine Schande, dass man sie gehen lassen will. Ohne sie wären wir nicht da, wo wir sind. Jetzt können wir uns mit den besten Teams der Welt messen. Das war vorher nicht so», betonte die 27-Jährige in Interviews. Das Team hat sich sogar einen Anwalt genommen, um seine Interessen durchzusetzen.
Zudem geht es auch um eine angemessene Prämienregelung. Die kanadischen Spielerinnen fühlen sich im Vergleich mit ihren männlichen Kollegen benachteiligt, die für jede Partie entlohnt werden. Dagegen erhalten die Frauen angeblich nur Zuwendungen für WM-Spiele sowie WM- und Olympia-Qualifikationsbegegnungen.
Für den Verband, der sich um die WM 2015 bewirbt, kommt der Disput wenige Monate vor der WM in Deutschland zur Unzeit. Bisher war die CSA aber nicht zum Einlenken bereit. Sollte der Konflikt nicht gelöst werden, geriete sogar die WM-Teilnahme in Gefahr.
dpa
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