Freitag, 15. Juni 2007 / 13:52 Uhr
Madrid - Eigentlich sollte der Gewinn der 30. spanischen Fußball-Meisterschaft für Real Madrid kaum mehr als eine Formsache sein. Aber zum Saisonfinale haben die «Königlichen» es mit einer geheimnisvollen Gefahr in Form von unsichtbaren Geldkoffern zu tun.
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Der RCD Mallorca wird alles daran setzen, dem Rekordmeister den Titelgewinn zu vermasseln. In der spanischen Sportpresse gilt es als ausgemacht, dass der Titelrivale FC Barcelona den Inselkickern eine Siegprämie in Aussicht gestellt hat.
David Beckham lacht während einer Trainingssession in Madrid.
Die Katalanen können mit einem Sieg beim Absteiger Gimnàstic Tarragona auf der Zielgeraden an ihrem Erzrivalen vorbeiziehen, wenn Real gegen Mallorca remis spielt oder verliert. Das Sportblatt «Marca» glaubt zu wissen, dass Barça den Mallorquinern eine Siegprämie von zwei Millionen Euro versprochen habe. Dies wäre die höchste Prämie, die in Spanien jemals ein Club an einen Dritten gezahlt hat.
Offiziell will von den «maletines» (Geldkoffern) niemand etwas wissen, denn nach den Verbandsstatuten sind Prämien dieser Art verboten. «Da wird uns etwas ohne Beweise unterstellt», empörte sich Mallorcas Trainer Gregorio Manzano. Innenverteidiger Sergio Ballesteros geht noch einen Schritt weiter: «Ich will das Geld nicht, denn damit wird meine Profi-Einstellung in Frage gestellt.» Dabei haben die ominösen Geldkoffer, wie das Sportblatt «As» herausstellt, durchaus ihr Gutes: «Sie machen die Liga spannend, denn sie motivieren Mannschaften, für die es um nichts mehr geht. Der einzige Nachteil ist, dass die Gelder am Finanzamt vorbeifließen.»
Mallorca flößt den Madrilenen nicht nur wegen angeblicher Geldprämien Respekt ein. Real-Präsident Ramón Calderón trug - unfreiwillig - selbst dazu bei, die Inselkicker zu motivieren. Er hatte vor einer Woche nach Real 2:2 in Saragossa eine Ehrenrunde gedreht und gejubelt, als hätte sein Club den Titel schon in der Tasche. «Das war eine Respektlosigkeit», bekam er von den Mallorquinern zu hören. In Wirklichkeit ist der RCD Mallorca Reals «Angstgegner» im Bernabéu-Stadion. Seine Bilanz seit 2000: Drei Siege, ein Remis, zwei Niederlagen. Kein Team war in Madrid erfolgreicher, nicht einmal der FC Barcelona.
Real schlägt sich zum Saisonfinale mit einem weiteren Problem herum, einer «Krankheit» namens Teneriffa-Syndrom. In den Jahren 1992 und 1993 verspielten die Madrilenen jeweils am letzten Spieltag den sicher geglaubten Titel. In beiden Jahren verloren sie beim Außenseiter CD Teneriffa, und Barça wurde Meister. «Wenn die Madrilenen gegen Mallorca nicht früh in Führung gehen, werden sie sich an Teneriffa erinnern und Nerven zeigen», meint der Ex-Barça- Profi Miguel Angel Nadal.
Auf dem Schwarzmarkt wurden für die Partie Real gegen Mallorca Eintrittspreise von bis zu 800 Euro verlangt. Die Fans wollen nicht nur den Titel feiern, sondern auch das letzte Spiel von David Beckham im Real-Trikot miterleben. Der Engländer ist nach Luis Figo, Zinédine Zidane und Ronaldo der letzte «Galaktische», der sich aus Madrid verabschiedet. Der Gewinn der Meisterschaft wäre für den 32-Jährigen das richtige Abschiedsgeschenk. In seinen vier Jahren bei Real Madrid hat Beckham bislang keinen Titel geholt - und auch kein akzeptables Spanisch gelernt.
dpa
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Otto Rehhagel: Mit 50 bist du als Fußballtrainer reif für die Klapsmühle. Wenn du genug Geld verdient hast, kannst du wenigstens erster Klasse liegen.
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