Mittwoch, 20. April 2011 / 12:31 Uhr
Köln - Weniger als zehn Wochen vor der Heim-WM sind Deutschlands Fußball-Frauen voll auf die Mission Titel-Hattrick eingestimmt. In Köln schwitzen sie beim Athletiklehrgang, der nur Zwischenstation eines zweimonatigen Mammutprogramms ist. Doch für Ablenkung ist gesorgt.
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Der Weg zum ersehnten Titel führt über 220 Stufen der «Himmelsleiter». Wenn sich Birgit Prinz und Co. am 23. April die gefürchtete Holztreppe im Wald vor den Toren Kölns hinaufplagen, haben sie den schlimmsten Teil der Vorbereitung 64 Tage vor der Turniereröffnung wohl schon überstanden. «Man wächst zusammen, weil man sich zusammen quält», sagt Bundestrainerin Silvia Neid mit einem Lächeln über das schweißtreibende Programm beim Athletiklehrgang. «Und das ist einfach wichtig, um dann während einer Weltmeisterschaft bestehen zu können.»
In ihren Turnschuhen mit lilafarbenen Streifen bewegt sich Offensivspielerin Lira Bajramaj beim Sponsorentermin zwar immer noch leichtfüßig. Die ersten beiden Tage in Köln mit Leistungstest und Lauf spürt sie dennoch deutlich: «Ich habe jetzt schon schwere Beine, aber da bin ich zum Glück nicht alleine, deswegen sind wir froh, dass es Samstag vorbei ist».
Abgeschlossen ist der lange Anlauf für die Gold-Mission mit dem Ende der Konditionsübungen, auf die ein kurzer Osterurlaub folgt, jedoch noch lange nicht. Fünf weitere Lehrgänge und vier Testpartien bis zum Eröffnungsspiel am 26. Juni im Berliner Olympiastadion gegen Kanada hat Neid eingeplant. Einheiten für Spielformen wie Zwei gegen Zwei, Abwehrverhalten, Spielaufbau und Standards stehen unter anderen auf dem Lehrplan. Mehr als zwei Monate lang konzentrieren sich die Spielerinnen fast ausschließlich auf die Nationalmannschaft - Luxusbedingungen, von denen Joachim Löw wohl nicht mal zu träumen wagt.
Dabei lässt sich in der Vorbereitung in zweierlei Hinsicht die viel beschworene fortschreitende Professionalisierung des Frauenfußballs ablesen. «Vor der WM 2007 hatten die Spielerinnen bei weitem nicht das Niveau, das sie jetzt haben», berichtet Neid über ihre ersten Erkenntnisse.
Gleichzeitig hat die deutsche Elf aber auch ihr Alleinstellungsmerkmal eingebüßt. Viele Nationen hätten vor früheren Turnieren auf eine solch ausgeprägte Planung verzichtet, berichtet Neid. «Deswegen haben wir es ja auch immer geschafft, Weltmeister und Europameister zu werden. Mittlerweile haben sie festgestellt, dass es gar nicht so doof ist, was die Deutschen machen».
So trainiert beispielsweise Australien - bei einer WM erst einmal über die Vorrunde hinausgekommen - schon seit Februar für den Trip nach Deutschland. «Wir haben diesen Vorsprung nicht mehr, deswegen wird es sehr, sehr schwer, diesen Titel zu gewinnen», klagt Neid über die Geister, die sie selbst beschwor.
Für den nötigen Spaß vor dem angepeilten Titel-Hattrick nach 2003 und 2007 setzt der DFB aber auch auf «etwas ganz anderes als Fußball» (Nationalmannschaftsmanagerin Doris Fitschen). Neben Ausflügen auf den Basketball-Court werden sich die Nationalspielerinnen am Freitag im Taekwondo versuchen. «Ich finde es cool, das mal zu probieren. Ich habe auch schon überlegt, ob ich das nach meiner Karriere mal anfange», sagt Rekordtorschützin Prinz, die die harte Arbeit ansonsten gewohnt pragmatisch sieht: «Wir haben es jedes Mal überlebt, insofern werden wir es auch dieses Mal überleben».
dpa
1 Kommentar | Kommentare verstecken
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Fritz Walter jun.: Die Sanitäter haben mir sofort eine Invasion gelegt.
1. Ute Anhorn schrieb am 24.04.2011 um 22:16:15:
Hallo, ich wünsche der Deutschen Nationalmannschaft viel Glück, und hoffe sie können den Titel gewinnen. Natürlich auch dem Deutschen Schirigespann.
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