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Magath beklagt Machtverlust der Trainer

Nürnberg - Felix Magath hat auf dem 50. Internationalen Trainer-Kongress in Nürnberg einen Machtverlust der Fußball-Lehrer gegenüber dem Management in den deutschen Proficlubs beklagt.

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«Die Trainerposition ist immer schwächer geworden, die Managerposition immer stärker, weil immer mehr Geld ins Spiel gekommen ist», sagte Magath. Beim Bundesligisten VfL Wolfsburg hat sich der Ex-Coach des FC Bayern München mit der gleichzeitigen Übernahme des Trainer- und Sportdirektor-Postens darum die entscheidende Richtlinienkompetenz im sportlichen Bereich gesichert. Welcher Spieler verpflichtet wird oder den Club verlässt, wolle er entscheiden können, betonte Magath.

VfL-Coach

Felix Magath beklagt einen Machtverlust der Fußball-Lehrer gegenüber dem Management.

«Felix, gib' zu: Dass du das an dich gerissen hast, ist der reine Machthunger», warf daraufhin Hans Meyer, Trainer des Pokalsiegers 1. FC Nürnberg, bei der Podiumsdiskussion zum Abschluss des dreitägigen Kongresses des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer (BDFL) mit insgesamt 750 Teilnehmern launig ein. Auch Meyer stellte jedoch fest, dass langfristige und konzeptionelle Arbeit im Profibereich kaum üblich sei. «Die Regel ist in der Welt des Fußballs, dass der Trainer der Passant ist», bemerkte der 64-Jährige. Er kommt - und geht wieder.

«Die meisten Clubs in der Liga arbeiten doch nur von Tag zu Tag», bemängelte Magath. Als «Idealsituation» einer Zusammenarbeit zwischen Manager und Trainer bezeichnete er Werder Bremen, wo Klaus Allofs und Thomas Schaaf sich offenbar «sehr gut verstehen». Entscheidend, betonte Martin Bader, Manager des 1. FC Nürnberg, sei am Ende aber überall das nackte Resultat - für Trainer und Manager: «Du wirst jeden Tag am Erfolg gemessen und nicht an der Arbeit.»

Jürgen Klopp, der beim Bundesliga-Absteiger FSV Mainz 05 bereits in seine siebte Saison geht, ist überzeugt davon, dass ein Coach auch im Profibereich «langfristige Ziele» verfolgen könne. Für Andreas Rettig, Sportdirektor des Zweitligisten FC Augsburg, sind derartige Engagements, wie er es einst beim SC Freiburg mit Volker Finke selbst erlebt hatte, allerdings eine Standortfrage. «An einem aggressiven Medien-Standort werden andere Dinge gefordert.» So sei es bei seinem Ex-Club, dem 1. FC Köln, etwa auch darum gegangen, «ob der Hund von Poldis Freundin Schnupfen hat», wie Rettig überspitzt formulierte: «Da werden Kräfte und Energien gebunden.»

Klopp ermunterte die Vereine, noch häufiger jungen Trainern eine Chance zu geben. Auf die immer gleichen etablierten Namen zu setzen, wie es lange Zeit üblich war, sei wohl auch ein Selbstschutz der Entscheidungsträger. «Schafft es der erfahrene Trainer nicht, kann man die Verantwortung auf den Trainer abwälzen. Schafft es der junge nicht, ist aber der Präsident Schuld.»

Das Ende einer Zusammenarbeit kündigt sich für den Trainer in typischen Verhaltensweisen an, die Meyer gewohnt pointiert erzählte: Der Vereinspräsident laufe an einem vorbei, ohne einen anzusehen, der Co-Trainer rücke auf der Bank von einem ab. «Du gehst in die Kabine und weißt: Heute wäre es ganz schön, wenn du dich krankschreiben lassen könntest.» Ernsthafter fügte Meyer hinzu: «Auf die letzten 14 Tage, die man noch im Amt ist, könnte ein Trainer gut verzichten.»

dpa

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